Die Erdbeeren von Antons Mutter
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Durchschnittliche Kundenbewertung:(8 Kundenrezensionen)
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #65907 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2010-05-12
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 176 Seiten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Alterserscheinungen, Liebe und Glück.
Von May
Beruflich gefestigt, mit eigener Arztpraxis, aber immer noch unverheiratet und ohne Kinder. Endlich, mit 43 Jahren, hat Anton die Frau gefunden, mit der er sein Leben teilen will. Eine Kollegin, Allgemeinärztin wie er, mit einer kleinen Tochter, auch in Kreuzberg zu Hause. Und so träumt er vom eigenen Haus und überlegt wann er sie seinen Eltern vorstellen soll. All seine Gedanken drehen sich um Lydia.
Für Lydia ist Anton hingegen keineswegs die große Liebe. Der Mann, den sie nicht vergessen kann, ist der Vater ihrer Tochter, Rüdiger, der Fremdenlegionär. Weil er aber ihrer Meinung nach heruntergekommen war, versagt sie ihm das Familienglück, trennt sich. Die Entscheidung für Anton ist eine pragmatische Lösung.
Das Buch beginnt mit einem Besuch Antons bei seinen Eltern in Calberlah. Antons Mutter hat die Erdbeerpflanzen vergessen und so kümmert sich Anton mit Hilfe des Gärtners Helmer darum, dass die Erdbeersträucher noch gepflanzt werden. Seine Mutter soll glauben, dass es nicht zu spät ist. Ist es richtig jemanden mit einer Lüge zu trösten, um ihn glücklich zu machen? In seiner Praxis entscheidet sich Anton meist dafür die Wahrheit zu sagen, auch wenn sie unangenehm ist, wenn es etwas ist, das man nicht wahrhaben will. Schwieriger ist es, die Veränderungen bei seinen Eltern zu akzeptieren.
An Antons 43. Geburtstag wurde die Krankheit seiner Eltern offenkundig, so dass er sie zum Besuch bei einem Kollegen in Wolfsburg überredete. "... eine rasch progedierende Form frühseniler Demenz sei mehr als wahrscheinlich, ..." (S. 46) so lautete die Diagnose. Zeit also, sich mit den Veränderungen zu beschäftigen, aber Anton bleibt seltsam lethargisch. Es scheint fast, als meine er, dass Ignorieren und Verdrängen den weiteren Lauf der Dinge aufhalten würde.
Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto mehr Raum erhalten die Nebenfiguren. Rüdiger, der Fremdenlegionär, der Vater von Rachel, aber auch Martin, sein Gefährte, der als Pilot in der Fremdenlegion diente. Vor allem Martin. Ein stiller, leiser Held, der sich immer um die anderen kümmert. Klein und unscheinbar, häufig übersehen. Dieser kleine Mann riskiert sein Leben und gibt einen Finger für den Freund. Er passt auf Lydia auf und kümmert sich um Hilde, als sie bekümmert und orientierungslos ist. Ob die Namensgebung Zufall ist? Sankt Martin? Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Genauso erscheint mir dieser kleine Mann, diese Nebenfigur in der von Katharina Hacker entworfenen Geschichte.
Während die Nebenfiguren an Kontur gewinnen, bleibt die Charakterisierung von Anton und Lydia zumindest meiner Meinung nach flach. Sie führen ein durchschnittliches, pragmatisches Leben, Höhen und Tiefen sucht man vergebens. Große Gefühle sowieso. Die Geschichte plätschert so vor sich hin. Ruhig. Spannung wollte bei mir nicht aufkommen.
Und warum um alles in der Welt, mussten es unbedingt Fremdenlegionäre sein? Zumal ich es unrealistisch finde, dass es einem Piloten nach seiner Militärzeit nicht gelingt, in seinem Metier weiterzuarbeiten. Deserteure, Al Quaida, die Taliban, die Hisbollah ... sie werden am Rande erwähnt, die Autorin hat sogar eine Verfolgung im Auto in die Geschichte eingebaut, spannender wird die Handlung dadurch für mich nicht. Durchgehalten habe ich nur deswegen, weil ich wissen wollte ob Antons Mutter nun am Ende die Erdbeeren ernten und zu Marmelade verarbeiten kann.
Kurz und gut: eine ruhige Geschichte, die über weite Teile durchaus realitätsnah geschildert ist. Sprachlich auf hohem Niveau. Dennoch kein Buch, das bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat. Kann man lesen, muss man aber nicht unbedingt lesen.
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Für alle, die am Leben leiden ...
Von Stefanie Lebek
... - und auch nur solchen - ist dieses Buch zu empfehlen.
Die Figuren sind sämtlich verloren, auf der Suche nach etwas, das sie selbst nicht kennen und wovor sie alle irgendwie Angst haben. Diese unbestimmte Fahrigkeit der Personen wird durch den Stil des Buches, die langen, geschachtelten Sätze (sicherlich gewollt) sowie durch einen gelegentlich dem Leser unverständlich bleibenden Gefühlswechsel verstärkt. Sympatisch werden die Protagonisten dabei jedoch nicht. Auch ihr Schicksal lässt einen kalt. Es weckt noch nicht einmal Neugier, angedeutete oder nicht angedeutete Motivationen der handelnden Personen näher kennen zu lernen. Eine gewisse innere Spannung entwickelt das Buch erst auf den letzten Seiten, als alle Handlungsstränge zusammengeführt werden.
Und mit dem ziellosen Dahinplätschern der Figuren plätschert auch das Buch dahin und nimmt den Leser mit in die Tristesse der Menschen, die ohne innere Energie an ihrem Schicksal leiden und in diesem Leiden verharren. Wer weiss, bis auf Antons Mutter (die positivste Person dieser Geschichte trotz ihrer fortschreitenden Demenz) sind sie vielleicht so zufrieden.
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
ABSTRUSE Geschichte
Von audiobookfan H.
An diesem Hörbuch ist das COVER mit den Erdbeeren das Erfreulichste - die Geschichte selbst ist - gestern erst gelesen- schon wieder im Nebel untergegangen.
Viel zu viel wird in diesem Buch angesprochen und nicht durchkomponiert.
Der 43jährige ANTON - dementer Mutters Sohn- sowie seine Freunde und die zwei Legionäre, die mit das unsinnigste in dieser Geschichte sind, haben keine Persönlichkeit, werden keine Bekannten.
Man könnte sagen - viele Worte - nichts gesagt!!!
Der dauernd Hinweis auf die Erdbeeren - um dem Titel gerecht zu werden, geht einem schon bald auf die Nerven. Und noch dazu liest die Autorin selbst, was ja meistens nicht Gutes bedeutet.
Leider - kein Erlebnis - nicht mal interessant.



