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Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolgs

Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolgs
Von Rüdiger Jungbluth

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(8 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #137300 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2008-01-08
  • Einband: Taschenbuch
  • 288 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Bitte mehr Tiefgang!
Von dcbe
Große Unternehmerfamilien mit noch unzureichender biographischer Würdigung sind offenbar das Steckenpferd des Hamburger Journalisten Rüdiger Jungbluth. Und so hat er sich nach den für Deutschland bedeutsamen Quandts und Oetkers nun die international wirkende Familie Kamprad vorgenommen.
Von den über mehrere Generationen reichenden Erzählungen zu den beiden erstgenannten Familien unterscheidet sich „Die 11 Geheimnisse des IKEA-Erfolgs“ allerdings gleich in zwei Punkten: Zum einen lebt der Gründervater des beschriebenen Imperiums noch. Ingvar Kamprad ist vor kurzem 80 Jahre alt geworden (rechtzeitig zur Veröffentlichung des Buchs) - und er führt das Unternehmen tatsächlich ungebrochen seit der Gründung vor über 60 Jahren. Zum anderen ist das Thema Familiengeschichte stark reduziert, es gibt immerhin ein wenig Hintergrund zur Führungsfigur, aber so gut wie nichts zu seinen Frauen und Kindern, zu Freunden, Feinden und Nahestehenden. Obwohl Kamprads drei Kinder doch die größte Stiftung der Welt (nach neuer Einschätzung des Economist) erben werden, mit annähernd 40 Milliarden Dollar Vermögen. Nicht übel für den Möbelhandel...

Jungbluths IKEA-Buch zerfällt in zwei auf den ersten Blick recht unterschiedliche Teile.

Die ersten 160 Seiten lang erzählt er mit Freude über Hintergrund und die frühen Jahre von Ikea. Die Zeiten der eigentlichen Expansion spart er leider weitgehend aus, die zugegeben höchst komplizierte Konstruktion der heutigen Firma wird als höchst kompliziert gekennzeichnet – und nicht besonders erhellend erläutert. Dieser erste Teil liefert nur wenig zu den möglichen Gründen des erstaunlichen Ikea-Erfolgs, dafür sollen ja die nächsten 120 Seiten reserviert sein.

Aber ach, die angeblichen 11 „Erfolgsgeheimnisse“ mit so kreativen Titeln wie „Der Bullerbü-Faktor“ oder „Der Teflon-Faktor“ scheinen mir jeweils bestenfalls aus lose gruppierten Anekdoten zu bestehen. Es fehlt die fundierte oder doch bloß ernsthafte Analyse. Es fehlen sämtliche Zahlen, die irgendwelche Aussagen belegen könnten (klar, Ikea veröffentlicht ja auch fast nichts). Immer wieder stochert Jungbluth vergnügt im Ungefähren herum und bleibt an der Oberfläche. „Geheimnisse“ sind hier nicht drin, vielmehr ist auch Teil 2 des Buchs letztlich eine Sammlung aus Hörensagen und durchaus unterhaltsamen Skizzen mit Lokalkolorit, frei nach dem Motto „Allerlei amüsante und erstaunliche Geschichten aus Südschweden“.

Das mag zur leichten Unterhaltung in Ordnung gehen, ein paar Episoden liefern auch wirklich neue oder mild überraschende Impressionen. Aber in der Summe erzählt mir das Buch zu wenig über die wirkliche Arbeitsweise des Unternehmens Ikea, oder auch nur die Unternehmerpersönlichkeit Kamprad. Eine nett anzusehende, flach verpackte und manchmal etwas zähe Bastelei, nicht belastbar und zu teuer für die gebotene Qualität. Wie die meisten Ikea-Möbel halt...

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Reich, kauzig und unfassbar
Von Fuchs Werner Dr
Der reichste Mann Europas oder gar der ganzen Welt? Der grösste Geizkragen oder doch grosszügig? Brauner Patriarch oder schillernder Demokrat? Grössenwahnsinnig oder demütig? Auch das Buch von Rüdiger Jungbluth kann diese Fragen nicht beantworten. Fest steht, dass der 80jährige Ingvar Kamprad zu den Unternehmern gehört, die alles auf sich vereinigen, was es zur Bildung eines Mythos braucht. Und ebenso klar ist, dass IKEA eine Erfolgsgeschichte ist, die magische Anziehungskraft hat. Der Autor der vorliegenden Version gehört zu den renommiertesten deutschen Wirtschaftsjournalisten und durchleuchtete bereits die Quandts und die Oetkers. Nachdem ich in der offiziellen, von Kamprad mitverfassten Firmensaga geschmökert hatte, war ich gespannt, was Jungbluth Neues zu berichten weiss.

Über das Privatleben von Kamprad und seiner Familie erfahren wir kaum mehr, als bisher bekannt war. Die deutschstämmigen Schweden mit Wohnsitz in der Schweiz schirmen sich hermetisch von der Öffentlichkeit ab. Und es scheint so, dass sie auch ihren Freundes- und Bekanntenkreis mit einem Redeverbot belegt hätten. Die Unmutsäusserungen des Gemeindepräsidenten über ihren geizigen Steuerzahler vernahmen wir schon in der Regenbogenpresse. Neu ist, dass ein Autor sich darum bemüht, Biografisches und Firmengeschichte zu trennen, um sie dann wieder ineinander zu verweben. Neu sind auch viele Zahlen und der Versuch, den Erfolg in 11 Geheimnisse zu kategorisieren. Wenn ich all die Schwierigkeiten berücksichtige, auf die ein solches Unterfangen stösst, so hat Jungbluth wohl das Maximum des Möglichen erreicht. Jedenfalls sind für mich einige Konturen deutlicher geworden, die vorher im Nebel verschwanden oder ganz ausser Acht gelassen wurden. Die IKEA-Mitarbeiter scheinen ihren mythischen Boss zu mögen, mir bleibt er nach der Lektüre dieses Buches eher als unglückliche, besessene und zerrissene Gestalt in Erinnerung.

Als an Marketing interessierter Leser bleibt mir haften, dass es immer die gleichen Erfolgsfaktoren sind, die ein Unternehmen oder eine Person aufs Podest führen. Sofern man an die Planbarkeit des Erfolgs glaubt, wie dies offenbar auch der Autor tut. Für die Kolorierung meines Weltbildes wäre es schön gewesen, noch mehr über die Geschichten zu erfahren, die Ingvar Kamprad und sein Unternehmen prägten, über die Zufälle, die seine Biographie und damit sein Verhalten bestimmten, über die Verlierer in diesem grossen, bunten und merkwürdigen Spiel. Aber das würde wahrscheinlich einen anderen Ansatz und sehr viel mehr Zeit für Recherchen bedingen. Und der Autor könnte mir zu Recht den Tipp geben, lieber die Buddenbrooks wieder Mal zu lesen.

Mein Fazit: Die ganz grossen Geheimnisse vermochte der Autor nicht zu lüften. Aber Rüdiger Jungbluth schrieb ein faszinierendes Buch über ein Faszinosum und sein Spielzeug. Wer Firmensagen liebt und mehr über den Hersteller seiner Wohnungseinrichtung wissen möchte, soll ausser einem bequemen Lesesessel von IKEA auch dieses Buch kaufen.

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Schwungvoll geschriebene Unternehmensbiographie
Von Rolf Dobelli
Schon mal Köttbullar in Shanghai gespeist? Die schmecken dort auch nicht anders als in Schweden, Deutschland oder den USA. Denn der Dauerbrenner im Ikea-Restaurant steht stellvertretend für die ganze Produktpalette des kultigen Möbelhauses: schnell, einfach, unkompliziert und in Massen produziert. Ikea ist ein Samstag-Nachmittag-Shopping-Traum in blau-gelb, aber Ikea ist auch ein Unternehmen, von dem man relativ wenig weiß. Rüdiger Jungbluth zeichnet im ersten Teil seines Buches eloquent die Karriere von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad nach. In dieser nie langweiligen Biographie enthüllt der Autor, wie der junge Mann aus dem Bullerbü-Land sich anschickte, die ganze Welt mit bunt lackierten Spanplatten und hellen Massivholzmöbeln zu versorgen. Den zweiten Teil widmet Jungbluth den elf ominösen Geheimnissen von Ikea. Das ergibt zwar ein paar ganz nette Erkenntnisse über Ikeas Erfolgsrezept, aber Geheimnisse sind das keineswegs. Wir empfehlen das Buch allen Lesern, die sich für Ikea interessieren - entweder weil sie nicht mehr wohnen, sondern schon leben, weil sie Köttbullar lieben und den 100-Teelichter-Beuteln schlicht verfallen sind oder weil sie einfach mal wieder eine gut geschriebene Unternehmerbiographie lesen wollen.

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