Die Zukunft der Energie: Die Antwort der Wissenschaft. Ein Report der Max-Planck-Gesellschaft
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Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #244970 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2008-09-22
- Einband: Broschiert
- 368 Seiten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Detailreich, anspruchsvoll, verständlich: sehr empfehlenswert.
Von s2711a
Ausgewiesene Experten der Max-Planck-Gesellschaft bieten einen hervorragenden Überblick über den technischen Stand und die zur Zeit absehbaren, möglichen Entwicklungen auf dem Gebiet innovativer Energieerzeugung und -speicherung.
Einleitend werden die wichtigsten politischen und wirtschaftlichen Fragen in drei Aufsätzen grob skizziert, um den Rahmen für eine mögliche bzw. (mit Hinblick auf die Problematiken der fossilen Energiequellen) notwendige Neugestaltung der Energieversorgung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten abzustecken. Die Stärke des Buches liegt in der darauf folgenden detaillierten Darstellung der Forschung und Technik, wie sie zur Zeit an den Max-Planck-Instituten in Deutschland vorangetrieben wird.
Das Buch bietet eine wertvolle Hilfestellung zur Orientierung für alle, die eine kompakte, aber anspruchsvolle Darstellung des aktuellen Standes dieser Forschung und Technik suchen.
Was das Buch so lesenswert macht, ist das journalistische Talent der Autoren. Sie besitzen durchweg die seltene Gabe, den Leser auf eine spannend gestaltete Erkundungsreise mitzunehmen, die ihn behutsam, aber dennoch erstaunlich rasant auf nur wenige Seiten verdichtet an die Grenzen des menschlichen Wissens und der Erkenntnis heranführt. Dabei wird der Leser niemals unterschätzt, indem man etwa versuchte, ihm populärwissenschaftliche Vereinfachungen unterzuschieben: Die Autoren wissen, daß sie dem Leser einiges zutrauen können und tun es auch.
Nur an einigen Stellen meint man ein verschmitztes Lächeln der Autoren zwischen den Zeilen zu erkennen, das andeutet, ihnen doch nachzusehen, wenn hier in Anbetracht der forschenden Konkurrenz nicht alles Pulver verschossen wird.
Inhaltsangabe:
1. Vorwort (Peter Gruss, Ferdi Schüth)
2. Grundlagen der Energiediskussion (Ferdi Schüth)
3. Energie und Klima: Klimaprojektionen für das 21. Jahrhundert (Jochem Marotzke, Erich Roeckner)
4. Internationale Energiepolitik (Carl Christian von Weizsäcker)
5. Die natürliche Photosynthese: Ihre Effizienz und die Konsequenzen (Hartmut Michel)
6. Solarzellen auf Basis anorganischer Materialien (Hans-Joachim Queisser)
7. Polymerelektronik (Bruno Schmaltz, Randolf Schücke, Klaus Müllen)
8. Biologische Methanbildung: Eine erneuerbare Energiequelle von Bedeutung? (Rudolf K. Thauer)
9. Erneuerbare Energieträger aus Mikroorganismen: Möglichkeiten und Grenzen (Friedrich Widdel)
10. Kontrolle des Pflanzenwachstums (Mark Stitt)
11. Kraftstoffe aus Biomasse: Stand der Technik, Trends und Visionen (Walter Leitner)
12. Biomasse-Nutzung für globale Zyklen: Energieerzeugung oder Kohlenstoffspeicherung? (Markus Antonietti, Gerd Gleixner)
13. Entwicklungslinien der Brennstoffzellentechnologie (Kai Sundmacher)
14. Transport- und Speicherformen für Energie (Robert Schlögl, Ferdi Schüth)
15. Neue Wege der Batterieforschung (Joachim Maier)
16. Der Weg zu einer nachhaltigen Energiequelle: Die Erforschung der Kernfusion (Alexander M. Bradshaw)
Anhang:
Anmerkungen mit Literaturhinweisen
Kurzbiographien der Autoren
46 Abbildungen, davon 21 in Farbe, und 8 Tabellen.
Ein rundherum gelungener Überblick wie aus einem Guß. Daher meine vorbehaltlose Empfehlung.
Wer sich näher mit politischen und wirtschaftlichen Fragen der künftigen Energieversorgung befassen will, der sei auf die folgenden Titel verwiesen:
Bjørn Lomborg: 'Cool it!: Warum wir trotz Klimawandels einen kühlen Kopf bewahren sollten'
Hans-Werner Sinn: 'Das grüne Paradoxon: Plädoyer für eine illusionsfreie Klimapolitik'
Claudia Kemfert: 'Die andere Klima-Zukunft: Innovation statt Depression'
Ferdinand E. Banks: 'The Political Economy of World Energy: An Introductory Textbook (World Scientific Series on Energy and Resource Economics)'
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Für Laien harter Stoff! Aber es lohnt sich.
Von Marco Barreto Bittner
Was die Bewertung der Qualität betrifft, so kann ich der vorangegangenen Bewertung nur zustimmen. Sehr interessant! Das Buch hat mir viel gebracht, auch wenn ich eher interessierter Laie und kein Wissenschaftler bin.
Damit kommen wir auch gleich zum "Problem". Ich musste das Buch mehrfach weglegen um wieder zu Kräften zu kommen. Wer ein wenig Anstrengung nicht scheut, für den ist das Buch ein klarer Kauf. Der Preis ist mehr als fair!
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Sehr zu empfehlen für alle, die sich für dieses Thema interessieren
Von Günter Unseld
Das Buch ist vor drei Tagen gekommen und seitdem habe ich in einem ersten Durchgang versucht, alle Kapitel mal kurz zu überlesen.
Was mir gefällt :
- zu den vielen Detail Themen auch öfter dazu ein Überblick, welche Rolle dieses Thema in dem globalen Energiemarkt spielt.
- sehr ausführlich die Bio Energie Problematik und die Forschungen dazu.
Dazu auch immer wieder der Hinweis, dass wir mit Bioenergie allein nicht unsere Energie Bedürfnisse befriedigen können.
- sehr gut auch die Überlegungen von C.C. Weizsäcker zur internationalen Energiepolitik, zu der Klimaproblematik und zu seinem vorgeschlagene Lösungsansatz dazu.
Allerdings muss man heute sagen, dass alle seit 2007 stattfindenden internationalen Konferenzen - die letzte war im Dez. 2009 in Kopenhagen - ohne Ergebnis geendet haben.
Man müsste jetzt eigentlich zu C.C. Weizsäcker's so genannten Plan B Plan übergehen (kein deutscher Plan zur CO2 Emissionsminderung ohne eine internationale Vereinbarung).
Leider glaubt unsere Regierung immer noch, bei der CO2 Emissions Minderung eine Vorreiter Rolle spielen zu müssen.
Wie Weizsäcker zeigt, werden die anderen Länder uns dazu Beifall klatschen, aber das CO2, das wir einsparen, zusätzlich dann selbst in die Luft pusten.
- gut auch die Erklärungen zur Fusionsenergie.
Allerdings werden die Aussichten für diese Technik von vielen Experten wesentlich kritischer gesehen. Das ist einmal der Brutprozess mit dem der Reaktor sich erst seinen eigenen 'Brennstoff' Tritium erzeugen muß.
Dann der hohe Neutronenfluss - und wie man den bewältigt.
Und dann der gepulste Betrieb des eigentlichen Reaktors - des Tokamak (der Tokamak arbeitet nicht in einem Dauerbetrieb wie die anderen Kraftwerke). Jeder dieser Impulse wird durch die sehr hohen Magnetfelder den Behälter, in dem der Tokomak arbeitet, unter hohe magnetische Beanspruchungen setzen. Und für einen zuverlässigen Betrieb muß solch ein Behälter tausende solcher Tokamak Pulse aushalten.
- Ein Wermutstropfen für mich war, dass das Buch nicht auf die Kernenergie einging - wahrscheinlich deshalb, weil sich das MPI nicht damit beschäftigt. Ein Gast Dozent, der sich dieses Themas angenommen hätte, wäre hilfreich gewesen.
Die These des Buchs ist, dass Kernenergie zur zukünftigen Energie Erzeugung keinen Beitrag liefern wird (das deutsche Mantra ! ).
Dabei wird nur die Entsorgungsproblematik angeführt - ohne darauf einzugehen, dass zur Zeit an Lösungen dafür gearbeitet wird. Und diese Lösungen sind von der technischen Seite her - jetzt meine Meinung - auf einem wesentlich besseren Entwicklungsstand als die Fusionsenergie.
Da das Buch aufzeigt, dass mit den Erneuerbaren Energien unsere Energie Probleme in der Zukunft nicht gelöst werden können und die Kernenergie ausscheidet, muss es dafür 'Brücken-' oder Ersatzlösungen anbieten.
Das ist für die fernere Zukunft eben die Fusionsenergie. Niemand aber kann heute sagen, ob diese im 21. Jahrhundert überhaupt einen Beitrag leisten kann.
Und für die nähere Zukunft sind das Kohlekraftwerke, die das CO2 einfangen, verflüssigen, und dann irgendwo abspeichern.
Nun - dafür gibt es ja schon die ersten Anzeichen, dass - ähnlich wie beim Atomabfall - sich Bürger Initiativen bilden, die sich vehement gegen eine Abspeicherung in ihrer Gegend wehren. Und dann kann heute niemand sagen, ob das überhaupt möglich ist, abgeschiedenes CO2 über tausende von Jahren zu 'verbuddeln'. Ganz davon abgesehen, dass viele Experten bezweifeln, ob diese sogenannte CCS Technik überhaupt ökonomisch tragbar ist.
Ich stimme somit voll der Aussage des Buchs zu : Es gibt keinen Königsweg !



