Die Fassade: Roman
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Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #854059 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2003-11-01
- Einband: Taschenbuch
- 448 Seiten
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Die Fassade: von böhmischen und potjemkinschen Dörfern
Von ciliegia
Was für ein hinreißendes Buch! Die titelgebende Fassade gehört zu einem ausladenden Renaissance-Schloß in der ehemaligen Tschechoslowakei. Die vier mit ihrer Renovierung beauftragten Maler und Bildhauer haben den Job ihres Lebens gefunden: wenn sie nach Monate langer Arbeit das letzte Sgraffito erneuert haben, könnten sie eigentlich wieder von vorne mit der Erneuerung der empfindlichen Fassadenmalerei anfangen.
Aufzuzählen, was diesen vier zustößt und was sie anstellen, hieße, an einen prallen Sack voller Geschenke und Überraschungen ein Stück Pappe zu heften mit der Aufschrift „Geschenke und Überraschungen". Man muss die Päckchen selbst aufschnüren und dieser Handvoll Menschen auf allen ihren Wegen folgen. Und die führen sie bis nach Sibirien, in eine nur für WissenschaftlerInnen erbaute Siedlung und zu Rentiernomaden in der Taiga. Eigentlich werden sie in Japan erwartet, aber die Unwägbarkeiten des Klimas und des real existierenden Sozialismus' zwingen sie zu einer Odyssee mit allem Drum und Dran: erzwungener Aufenthalt, Besuch bei Amazonen, die lästige Sowjetfunktionäre in Rentiere verwandeln, Verfolgung und Entkommen.
Ohne die Hilfe der gastfreundlichen Russen und der nördlichen Volksstämme der ehemaligen Sowjetunion, den Ewenken, Kirgisen, Tungusen, würden die Tschechen wahrscheinlich noch heute im sibirischen Eis und Matsch herumirren. Aber nach einem halben Jahr kehren sie mehr oder weniger wohlbehalten nach Prag zurück - und erleben die nächste Überraschung: wie einige von Homers Argonauten finden sie ihr Haus nicht wohlbestellt. Ein ehemaliger Graf Thurn und Taxis (das sind die von der Post) hat sich in der Zwischenzeit an der Fassade zu schaffen gemacht. Bereits am Anfang des Romans hatte er eine Massenschlägerei zwischen einer Staatsgut-Gruppe auf Betriebsausflug und den Restauratoren losgetreten, weil er mit deren großzügiger Auslegung einer stilechten Renovierung nicht einverstanden war. Nun zieht er ein zweites Mal den Kürzeren, die werktätigen Künstler machen sich wieder an die Arbeit.
Schade, dass der Verlag die Kosten für ein Glossar gescheut hat. Libuse Monikovás zahlreiche Anspielungen auf Geschichte und Kultur ihrer Heimat hätten es verdient, erläutert zu werden.
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Sehr lustiges Buch -- auch gute Literatur.
Von John Ronald
Dieser Roman ist hoechstens empfehlenswert, denn er ist lustig UND literarisch. Die Verfasserin, Monikova, ist leider in 1998 gestorben. Die weitere Werke Monikovas kenne ich leider nicht, ausser ihre Essay-Sammlung "Prager Fenster". _Die Fassade_ las ich zuerst auf Englisch; Das Original wuerde auf deutsch von Monikova geschrieben--sie lebte in Exil in Berlin. Die 4 Heldenfiguren des Roman sind tschechische Kunstler/Arbeiter,
die eine Reise nach Japan beginnen...durch die ehem. UdSSR.
Die 4 Helden fahren bis zu Sibirien, wo sie von Russischen
professoren als Gaeste zu "AKADEMGORDOK" eingeladen sind; In der Tat sind Sie gefangene geworden. Dieser Roman schildert die Probleme in der historische Beziehung zwischen die Russen und die Tschechen. Der Postmodernismus ist ein starker Einfluss im Roman...sein Struktur ist sehr experimental. Das ist meiner Meinung als amerikanische Germanist (MA, German Studies, Rice University - 1997)



