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Im Wahn: Roman -

Im Wahn: Roman -
Von David Moody

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(18 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #75718 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-07-13
  • Einband: Taschenbuch
  • 320 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Ein beklemmendes, verstörendes Buch, dessen exzessive Gewalt den Leser nachhaltig beschäftigt
Von Florian Hilleberg
Auf dem Weg zur Arbeit wird Danny McCoyne Zeuge einer unbeschreiblichen Tat. Ein Mann attackiert aus heiterem Himmel eine ältere Dame, die ihm offensichtlich nichts getan hat. Anschließend greift er die umstehenden Personen an, die den Angreifer von seiner Wahnsinnstat abhalten wollen. Merkwürdigerweise scheint der Irre Angst und Panik zu empfinden. Für Danny McCoyne ist dieses Erlebnis zunächst nur eine schreckliche Episode, doch binnen weniger Tage häufen sich die Gräueltaten und immer grauenvollere Gewaltexzesse bestimmen die Nachrichten. Bald scheint sicher zu sein, dass eine Art Seuche bestimmte Menschen befällt, die aus heiterem Himmel über ihre Mitmenschen herfallen. Der Ausnahmezustand wird ausgerufen und Danny verbarrikadiert sich mit seiner Familie in der kleinen Wohnung. Die Angst ist allgegenwärtig und jeder misstraut jedem. Ist Danny bereits zu einem Hasser, wie die Presse die im Wahn mordenden Menschen nennt, geworden? Oder ist es seine eigene Familie vor der sich der Mann schützen muss?

'Im Wahn' bildet den Auftakt einer neuen Trilogie des britischen Autors David Moody. Ebenso wie in seinen 'Herbst'-Romanen erschüttert auch in diesem Werk ein globales Ereignis die Menschheit. Anders ist dabei, dass dieses Mal keine Untoten das Land unsicher machen und Protagonisten, wie Leser im Unklaren bleiben, was überhaupt geschehen ist. Trägt eine Seuche, die Schuld an den Vorfällen? Sind es endogene Faktoren, die Menschen zu mordenden Bestien machen? Gekonnt spielt Moody auf der Klaviatur menschlicher Empfindungen und schildert die Angst des Ich-Erzählers Danny McCoyne, eines Durchschnittsbürgers, um sein und das Wohlergehen seiner Familie. Dabei beginnt die Katastrophe eher unscheinbar, ein brutaler Akt der Gewalt, grauenvoll aber nicht ungewöhnlich. Dann häufen sich die Übergriffe und die Bluttaten kommen, Bombeneinschlägen gleich, immer näher und kreisen Danny McCoyne und seine Familie regelrecht ein. In kurzen, minimalistisch geschriebenen Kapiteln entwirft Moody ein Schreckensszenario ohnegleichen. Beklemmend, brutal und visionär. Das Erschreckende an diesem Horror-Thriller ist, dass die Szenerie durchaus denkbar ist und authentisch dargestellt wird. 'Im Wahn' ist ein rasantes und blutiges Buch, dass sensible Menschen mit Vorsicht genießen sollten, und doch bekommt man bei der Lektüre nie den Eindruck, dass der Autor Spaß daran hatte sich immer neue Gräueltaten auszudenken. Man spürt beim Lesen, dass David Moody eine Geschichte zu erzählen hat, die von Angst, Verzweiflung und Wut handelt. Wie viel unseres zivilisierten Verhaltens ist erlernt und antrainiert? Was bleibt übrig, wenn eine solche oder ähnliche Ausnahmesituation hereinbricht? Im Pressespiegel unter dem Klappentext wurde der mexikanische Regisseur Guillermo del Toro (Pans Labyrinth, Hellboy) zitiert, der sagte: ''Im Wahn' wird jeden noch lange, nachdem er die letzte Seite gelesen hat, verfolgen.'
Und das stimmt. 'Im Wahn' entwickelt sich bereits nach den ersten Seiten zu einem Pageturner par excellence, den man in einem Rutsch durchlesen kann, der den Leser aber danach wie betäubt zurücklässt. Nach der Lektüre schwingt etwas von dem Buch im Geist nach und beschäftigt das Unterbewusstsein noch, wenn man bereits den nächsten Roman zur Hand nimmt.

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Weltuntergang mal anders - Auftakt einer Trilogie
Von Patrick Gelhausen
Mit "Im Wahn" beschloss ich, David Moody mal eine Chance zu geben. Mit knapp 316 Seiten halte ich einen ziemlich kurz geratenen Auftakt einer ganzen Trilogie in den Händen.

Worum gehts? Der Büroangestellte Danny McCoyne ist ein Familienvater der unteren Mittelschicht in London. Der Job reicht gerade, um seine Frau und die drei Kinder über Wasser zu halten, seine Vorgesetzten und wütende Kunden machen jeden Arbeitstag zur Nervenprobe. Darüber hinaus muss sich Danny mit den Sorgen und Problemen eines jungen Elternpaares rumschlagen, die ungehorsamen Kinder bringen Danny ein ums andere Mal an den Rande eines Ausbruchs. Diese wenig erfreuliche, aber immerhin solide Routine wird jäh gestört, als sich Fälle unerklärlicher Gewaltausbrüche häufen. Ganz normale Bürger scheinen aus heiterem Himmel den Verstand zu verlieren und gehen wie Berserker auf ihre Mitmenschen los. Egal ob Freund, Ehepartner oder eigenes Kind: Einmal zum "Hasser" (Engl. "Hater") geworden, ist niemand vor den Verwandelten sicher. Nach und nach werden immer mehr Menschen betroffen, und Danny muss sich und seine Familie vor dem Chaos beschützen. Doch was wenn die größte Gefahr nicht draußen lauert? Was wenn der "Hass" ein Mitglied der Familie erfasst? Wie lange ist Dannys Familie noch vor ihm sicher? Oder er vor ihr?

Das Szenario ließt sich aufregend und ist geradezu geschaffen für wunderbare Exkurse in Paranoia und psychologische Nervenspielchen. Wie lebt man, wenn man niemanden Vertrauen kann, nicht einmal sich selbst? Was unterscheidet die "Hasser" eigentlich vom normalen Wahnsinn auf den Straßen einer Großstadt?

In der Tat ist Moodys Schreibstil beeindruckend. Durch die eher ungewöhnliche "Ich"-Perspektive gewährt Moody dem Leser eine direkte Verbindung mit dem Protagonisten (?) Danny. Und wirklich: Gerade auf den ersten Seiten erlebt man den ganzen Ärger, die alltäglichen Demütigungen und die Resignation von Danny gerade hautnah zu mit. Nicht all zu viele Bücher haben es geschafft, in mir tatsächlich solche Gefühle zu wecken.
Ich habe mich dabei ertappt, wirklich mit Danny zu hoffen und zu bangen, und das obwohl Moody mit nicht einmal 350 Seiten wahrlich nicht viel Zeit hat, eine detailierte Bindung aufzubauen.

Ich möchte nicht zu viel über die Handlung verraten, deswegen kann ich die nächsten positiven Aspekte des Buches nur schwer darlegen. So viel sei gesagt: Moody vollzieht eine ungewöhnliche Wendung, die tatsächlich ein Szenario etabliert, das nicht 0815-Apokalypse-Ware ist.
Moody hält die Geschwindigkeit hoch und es gibt kaum Seiten die "verschwendet" wirken. Man "schlüpft" gespannt durch das Werk, erst zum Ende hin geht der Story leider ein bißchen die Puste aus.

Erstaunlich (im positiven Sinne) finde ich auch, dass der Einsatz an Gewalt moderat geblieben ist. Natürlich kann ein Roman, in dem es um wahnsinnige Killer geht, nicht ohne blutige Szenarien von Statten gehen. Große "Gore-Orgien" bleiben aber erfreulicherweise aus.

Allerdings ist doch nicht alles Gold was glänzt: Bei aller realistischen Nähe zum Hauptcharakter wird das Buch in der zweiten Hälfte manchmal ein bißchen absurd. Man hat das Gefühl, Moody will philosophisch eine Moral rauskitzeln, aber irgendwie gibt das Buch das in der zweiten Hälfte nicht so recht her. Wo das Buch bisher (innerhalb des Szenarios) plausibel war, wirkt die Handlung zum Schluss etwas aus dem Ärmel geschüttelt.

Bedauerlicherweise liefert das Buch wenig Antworten, der Rahmen wird auch nicht sonderlich ausgestaltet, was wohl zum einem der kurzen Länge geschuldet ist und zum anderen dem Fakt, dass es sich um eine Trilogie handelt. Kritisieren könnte man hier auch, wozu Moody denn überhaupt so stückelt. Mit knapp 380 Seiten ist der Nachfolger "Todeshunger" (liegt schon auf meinem Schreibtisch) auch nicht sonderlich lang geraten und es drängt sich die Frage auf, wieso man die beiden Romane nicht in ein Buch gefasst hat. Als "stand alone"-Werk taugt "Im Wahn" nämlich nur sehr bedingt: Obwohl es sich durchaus spannend ließt, reißen das brutal offene Ende und die vielen verbleibenden Fragen ein ordentliches Loch in das Lesevergnügen, wenn man auf das Nachfolgewerk verzichten möchte.

Und so komme ich zum Fazit: "Im Wahn" macht durchaus Spaß und ist für Fans von Weltuntergangsszenarien auch empfehlenswert. Auch das nicht einmalige, aber doch recht ungewöhnliche Setting unterhält gut, obwohl man aus der psychologischen Komponente, zum Beispiel in punkto Gesellschaftskritik, noch einen Tick mehr hätte machen können. Nach den Berichten über die anderen Bücher (zB. "Herbst"-Reihe) des Autors hatte ich insbesondere darauf ein stück weit gehofft. Aber egal: "Im Wahn" ist auch so ein kurzweiliges und nicht zu profanes Buch, das aber wohl erst in der Trilogie sein ganzes Potential entfalten kann.
Ich würde 3.5 Punkte geben, runde aber notwendigerweise auf 4 auf, denn das Buch fühlt sich insgesamt doch eher "überdurchschnittlich" an.
Wer also was mit dem Setting anfangen kann, auf Endzeit steht und auch ein paar Euros für die Fortsetzungsromane in der Tasche hat, kann bedenkenlos zugreifen!

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Hater
Von Caröchen
Ich hätte das Buch besser nicht gelesen, denn ab ca der Mitte des Buches habe ich erfahren, dass es sich um den Anfang einer Triologie handelt...


Das Buch ist aus der Sicht von Danny geschrieben, er ist bei der Stadt angestellt und hat zuhause Frau und drei Kinder.
Doch dann drehen die Menschen immer öfter durch und töten wahllos Menschen.
Die Regierung empfiehlt sich vor großen Menschenansammlungen fernzuhalten, denn niemand weiß, wer als nächstes durchdreht.
Die Handlung des Buches steigert sich immer weiter, die Situation wird immer aussichtsloser, bis es plötzlich zu einer riesen Wendung kommt, aber der man das Buch nochmehr verschlungen hat, als vorher schon.

Was ist es also, das die Menschen reihenweise verrückt werden lässt. Ein Virus? Eine Seuche? Wie wird es übertragen? Über die Luft? Über das Trinkwasser? Was hat die Regierung damit zu tun? Was will sie verbergen?
Das sind nur einige Fragen, mit denen sich Danny im Laufe des Buches quält.


Da es aus Dannys Sicht geschrieben ist, wird man richtig in die Situation hineinversetzt, als wär man persönlich dort und sein eigenes Leben, nicht nur Dannys, betroffen.
An einigen Stellen ist das Buch ziemlich brutal geschrieben und die Kämpfe sind sehr detailiert.

Es ist unterteilt in die Wochentage und fast jeder Tag beginnt damit, dass auf ein paar kursiv geschriebenen Seiten, ein weiterer Fall von jemandem beschrieben wird, der entweder selber wahnsinnig geworden ist, oder dabei ist, wie jemand anderes wahnsinnig wird.

Es hat leider zu schnell geendet (am Ende wird es wie gesagt richtig, richtig gut!) und ich berreue es, das Buch schon jetzt gelesen zu haben, da es einfach immer zu lange dauert, bis die anderen Bände erschienen sind :(

Sehr zu empfehlen, aber nichts für schwache Nerven.
Ein Pageturner der Extraklasse, vielleicht sollte ich mir die Zeit bis zum Erscheinen der anderen Bücher, mit dem Lesen seiner Herbst Bände vertreiben :)

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