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Blutmusik

Blutmusik
Von Greg Bear

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(6 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #329338 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2008-04-01
  • Einband: Taschenbuch
  • 432 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Erstklassige Idee, abschreckend umgesetzt
Von chrisp
Schon im Jahre 1985 (in Dtl. 1988) veröffentlicht, legt Greg Bear hier einen Roman vor, der zwischen Einfällen und deren Ausführung nicht unterschiedlicher sein könnte.

Erzählt wird "Blutmusik" in zwei großen Abschnitten.
Der erste handelt von Vergil Ulam, einem Biochemiker, der gegen die Grundsätze seiner Forschungseinrichtung Genetron handelt und nach mehreren Verwarnungen endgültig seine Kündigung entgegen nimmt. Sein eigenes Projekt in Gefahr sehend, injiziert er sich kurzerhand seine entwickelten "intelligenten Lymphozyten". Während er sich um einen neuen Job bemüht, um seine Entwicklung schnell zu Geld zu machen, bemerken er und seine neue Freundin schnell die Veränderungen an Vergil's Körper. Diese allmähliche Verwandlung zu einer neuen Lebensform löst weitere tragische Umstände aus, welche schließlich zu seinem "Tod" führen.
Im zweiten Abschnitt, hat sich aus den "intelligenten Lymphozyten" eine alles verschlingene Lebensform heraus gebildet, die ganz Nordamerika "verzehrt" hat. Einige Überlebene, darunter die Zwillingsbrüder Jerry und John, die New Yorkerin Suzy McKenzie und Vergil's Mutter April, versuchen nach besten Möglichkeiten mit der Katastrophe umzugehen.

Extrem spannend beginnt diese Geschichte, um die sich langsam in den Vordergrund drängelnde neu entwickelte Lebensform. So ist Greg Bear's Charakterzeichnung des rücksichtslosen Vergil's so effektiv, das man diesen nach seinem "Ableben" (nach ca. 130 Seiten) nicht wirklich vermisst. Jedoch ist es ihm auch dann nicht wirklich gelungen, unter den neu eingefügten Charakteren auch nur eine halbwegs sympathische Person zu formen. Auch durch ein ständiges Hin- und Herspringen zwischen den Überlebendengeschichten, wird der Leser immer wieder aus der Gewöhnungsphase heraus gerissen.
Diese unbeständige Darstellung zieht sich bedauerlicher Weise durch die gesamte weitere Geschichte.
Beschreiben die noch lebenden und forschenden Figuren gerade wortgewaltig die Zustände auf dem nordamerikanischen Kontinent, schwenkt Bear kurz darauf in genetische Fachtermini um.
Die Idee, das die neue Lebensform mit den Infizierten Kontakt aufnimmt, ist sensationell. Aber warum geschieht dies in dieser nervig abgehackten, bedeutungsschwangeren Art und Weise? Vielleicht ist daran der Übersetzer der von mir gelesenen deutschen Erstausgabe schuld!

Neben diesem Auf und Ab gelang es dem Autoren jedoch, eine sehr beeindruckende Endzeitszenerie zu erschaffen, welche nicht nur durch die Verbreitung der alles verzehrenden Organismen die Fantasie beflügelt, sondern auch durch die Tatsache, das im noch herrschenden Kalten Krieg die Sowjetunion ihre Stunde gekommen sieht, den ewigen amerikanischen Feind endlich überrumpeln zu können.

Wer sich am Ende mit den genannten Schwächen und einigen unbeantworteten Fragen (wie zum Beispiel die unterschiedlich langen Inkubationszeiten zu erklären sind), nicht um seine Freizeit gebracht sieht, dem wird hier zumindest eine sehr abwechselungsreiche und vor Ideen sprudelne Geschichte geboten, die zum Schluss hin sogar noch etwas stärker ins Fantasygenre abschweift.

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Eine gute Idee macht noch kein gutes Buch
Von einzelkaempfer
An für sich "eigentlich" eine spannende Geschichte. Jedoch gelingt es dem Autor nicht so Recht die Geschichte vernünftig darzulegen, er verliert sich zu häufig in, in meinen Augen unwichtigen, Nebenhandlungen.
Der Anfang ist spannend und macht Lust auf mehr. Danach wird es jedoch stellenweise wirklich konfus, er springt zwischen den einzelnen Handlungssträngen und Charakteren hin und her. Erschwerend hinzu kommt das es keine klassische Hauptfigur gibt, sondern die meisten Personen die vorgestellt werden früher oder später sterben und somit aus der Handlung ausscheiden. Dadurch geht nach einer gewissen Zeit die Übersicht flöten. Dafür muss man dem Autor allerdings zu Gute halten, dass er offensichtlich viel Zeit für den wissenschaftlichen Hintergrund investiert hat, was man dem Buch auch anmerkt. Man bekommt sehr viel Wissen zum Thema menschliche DNS geliefert.

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Gentechnik und ihre Gefahren
Von Media-Mania.de
Die Möglichkeiten, die Greg Bear in diesem Roman aufzeigt, sind bis heute beklemmend real. Mit über zwanzig Jahren hat der Roman schon einiges hinter sich, klingt heute mit seinen Reminiszenzen an den Kalten Krieg hier und da ein bisschen überholt, ist letztlich aber gar nicht so weit von dem entfernt, was heute schon fast möglich scheint.
Dramaturgisch ist der Roman schrecklich zweigeteilt, denn Vergil Ulam stirbt nach der knappen Hälfte des Buches. Dann müssen wieder neue Protagonisten eingeführt werden. Das ist nicht gerade ideal für ein reibungsloses Leseabenteuer. Ulams Tod kickt den Leser vorerst aus dem Buch.
Ansonsten ist das Buch gut geschrieben, vergreift sich nur selten mal an wissenschaftlichem Jargon, macht auch einfach Spaß, speziell, wenn man ganz nebenbei die ersten Anzeichen für die Aktivität der intelligenten Zellen mitbekommt, für deren Intelligenz.
Wer vor der, na ja, speziellen Dramaturgie nicht zurückschreckt, bekommt hier ein spannendes Buch in die Hand, das auch nochmal ganz neu über Gentechnik und ihre Gefahren nachdenken lässt. Meisterwerk? So weit muss man nicht gehen.

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