Bios.
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(6 Kundenrezensionen)
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #648095 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2003-01
- Einband: Taschenbuch
Kundenrezensionen
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43 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein Planet voller Leben - nur leider tötlich!!
Von Ein Kunde
"Endlich mal wieder ein anderes Thema", dachte ich, als mir dieses Buch in die Hände fiel.
Keine Schlachten mit schrägen Monstern, keine verwickelten Intrigen und auch keine ermüdenden Sex-affären.
Naja, in Wilsons "Bios" geht es tatsächlich um etwas anderes, aber dennoch enthält die Story von alldem eine Prise.
*** Die Story: ***
Nicht allzu ferne Zukunft:
Das Sonnensystem ist dicht von den Menschen besiedelt. es gibt unabhängige Kolonien auf dem Mars und sogar im sogenannten "Kuiper-Gürtel", einem entfernten Bereich des Sonnensystems, in dem sich an Bodenschätzen reiche Kometenkerne tummeln.
Jede dieser Kolonien hat eigene Philosophien und Gesellschaften gebildet. Die Erde selbst wird von Armut und Seuchen gebeutelt, es herrschen die sogenannten "Familien", adlige Clans, die mit dem "Kartell" die Macht in Händen halten.
Und obwohl die Menschen sehr mit hausgemachten Problemen zu kämpfen haben, wird die Erforschung des benachbarten Weltalls betrieben:
Mit Hilfe der sogenannten "Higgs-Schleuder" gelingt es, in der Umlaufbahn um den nahegelegenen Planeten Isis eine Raumstation zu errichten, und auf der Oberfläche einige bescheidene Forschungsstationen zu unterhalten. Bei diesem Projekt arbeiten die Menschen der Erde mit "Kuiper-Leuten" und "Marsianern" zusammen.
Solch ein "Higgs-Transfer" ist sehr kostspielig, daher sind Ersatz-lieferungen an Mensch und Material strengstens rationiert.
Isis ist prall von Leben erfüllt. Wimmelndes Leben lockt die Forscher, doch die Evolution des Lebens auf Isis ist völlig anders verlaufen als auf der Erde:
Binnen weniger Sekunden stirbt alles Irdische, wird von Viren und Bakterien zerstört.
Nur mit extremen Sicherheitsvorkehrungen können die Menschen auf der Oberfläche überleben.
Auffällig ist auch der massive Einsatz von Robotern und Drohnen.
Hauptfigur der Geschichte ist Zoe, eine jungen Frau, die von einer obskuren Abteilung für "Menschen und Geräte" genmanipuiert wurde, um sie für den Einsatz im Weltall zu optimieren.
Sie soll einen neuartigen Schutzanzug erproben, der die Aussenarbeit auf Isis erleichtern und die Ausrüstung der Forschungsstationen revolutionieren soll.
Schon bald nach Zoes Ankunft ereignen sich einen Reihe von Unglücksfällen, die sich schnell als einen neue Angriffswelle der alles zerstörenende Biologie Isis' herausstellen. Nach und nach müssen die Menschen mit hohen Verlusten zurückweichen.
Der Test von Zoes neuem Schutzanzug erweist sich als erolgreich, doch nach und nach stellt sich heraus, dass sie nicht nur der Testpilot sondern gleichermassen auch Testobjekt ist.
Mehr möchte ich zum Verlauf der Geschichte nicht verraten.
Nur soviel: Sie schafft es immerhin noch, Kontakt zu den sehr primitiven "Gräbern" zu bekommen, der einzigen dominierenden Spezies auf Isis.
*** Meine Meinung ***
Die Gesellschaft, wie sie in "Bios" beschrieben wird, ist sehr stark von fernöstlichen Firmenphilosophien beeinflusst. Des Öfteren tauchen unbekannte Bezeichnungen für Führungskräfte usw. auf, die aber vorbildlich in Fussnoten erklärt sind. Mein Lob an den Lektor!!
Ich bin ja u.A. auch Manga-Fan, also dieser japanischen Art von Action-Comics.
Nachdem es sich bei Zoe um eine jungen Frau handelt, die bei der psychologischen Konditionierung auf Mastrubation gedrillt wurde, und nachdem sie dennoch ein Verhältnis zu einem Stationsleiter hat, und nachdem der durchsichtige Schutzanzug nur quasi nackt getragen werden kann, und und und... habe ich schon fast den Eindruck, dass der Autor ein Faible für mehr oder weniger anzügliche Comics dieser Art hat.
Keine Angst! Im Roman wird nichts von Alledem breitgetreten, doch es wird deutlich erwähnt.
Vielleicht, weil Zoe in einem Waisenhaus in Teheran aufwächst, wo sie und ihre Geschwister Schlimmes durchmacht. Wie man später erfährt, als Teil der Vorbereitung auf diesen Einsatz.
Die Geschichte erscheint durch und durch stimmig und logisch zu sein. Sowohl die Borniertheit und Engstirnigkeit der Vorgesetzten als auch die Abläufe allgemein sind gut nachzuvollziehen und klar. Es gibt nur sehr wenige Rückblenden und praktisch keine Parallelhandlungen.
Einzig unklar blieb mir allerdings, was die Leute überhaupt dort wollten. Immer wieder wurde betont, wie sehr die Terraner die Kuiper-Leute verachteten, und wie sehr verarmt und seuchengebeutelt die Erde wäre. Aber das Geld für eine sehr kostspielige Expedition zu einer biologischen Hölle war dann doch irgendwie da....naja.
In einer völlig unnötigen demonstration muss/soll Zoe miterleben, wie Labormäuse von der Atmosphäre Isis' getötet werden. Unglaubwürdig, dass solch eine elementare Information nicht schon bei der Vorbereitung auf der Erde gelehrt wurde. Wohl eher ein bescheidenes Mittel, den Sachverhalt dem Leser vermitteln.
Gegen Ende des Buches taucht auch noch ein hochrangiger Funktionär auf der Station auf, der Zoe als seinen persönlichen Schützling betrachtet. Doch enttäuschender Weise bleibt er nur eine ganz kleine Randfigur.
Sehr interssant fand ich ein technisches Detail: Die sogenannte Partikelpaar-Verbindung zur Erde. Eine Anwendung der ersten Beam-Versuche, bei denen zwei Sub-Atomare Partikel ohne Verbindung zueinander binäre Informationen austauschen können. Und das ohne jeden Zeitverzug. (Mehr dazu hinter diesem Link: )
Dies ist das erste Mal, dass ich so etwas in einem SF-Roman gefunden habe.
Naja, alles in Allem verläuft die Handlung vorhersehbar und plätschert etwas vor sich hin.
Zweifellos ist das Buch leicht zu lesen, aber ich habe Überaschungen und Wendungen etwas vermisst. Allein auf der Orbitalstation sollen weit über 1000 Menschen leben, ein paar Dutzend auf den 4 Bodenstationen. Im Verlauf der Story lernt man nur eine Handvoll davon kennen, was der Rest den ganzen Tag treibt, erfährt man nicht. "Viel Forschen" kann kaum sein, wenn man den ewigen Klagen wegen der Materialknappheit glauben kann.
*** Fazit: ***
Ich habe das Buch relativ schnell verschlungen, obwohl ich wegen dem absehbaren Ende eher enttäuscht bin. Und dem Epilog nach zu schliessen, wird es kaum einen zweiten Teil geben, schätze ich.
Hintergründe und Motivatonen aller Figuren der Geschichte werden zwar angesprochen, bleiben aber blass und eher beiläufig.
Eine passable Story in einem locker gestrickten Pullover verpackt, würde ich sagen.
Dieses Buch steht noch eine ziemliche Weile in meinem Regal, bevor ich es ein zweites Mal rausziehe.
Robert Charles Wilson:
"Bios"
Heyne-Verlag
ISBN 3-453.86360-7
Preis: 6,95 Euro (D)
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Solide aber kühl
Von Christine Spindler
Eine solide geschriebene Geschichte, die in einer beeindruckenden Szenerie spielt - auf einem erdähnlichen Planeten, der besiedelt werden soll, sich aber aufgrund seiner tödlichen Biosphäre nicht eignet. Eine interessante Prämisse, die bei mir hohe Erwartungen geweckt hat. Ich versprach mir atemberaubende Spannung ähnlich wie in "The Day of the Triffids". Aber irgendwie ließ "Bios" mich kalt. Ich konnte keine Beziehung zu den Personen aufbauen und der Handlung schon nach wenige Seiten nichts mehr abgewinnen. Erzählerisch und in den Details sicher ein gutes Buch, aber letztlich bemisst sich ein Buch für mich danach, wie tief es mich berührt und welchen bleibenden Eindruck es hinterlässt. Und in dieser Hinsicht hat mich das Buch eher enttäuscht.
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Dominant vs Rezessiv
Von Ein Kunde
Seit langer Zeit mal wieder eine gute SciFi Geschichte. Kalte, technisierte Welt, hierarische Mehrklassengesellschaft, die Menscheit nimmt einiges auf sich um sich neuen Lebensraum zu erkämpfen und erliegt schließlich dem Vorgang aus dem sie hervorgegangen ist. Der Evolution. Etwas kalt und unpersönlich zu Beginn, gewöhnt man sich an die Charaktere. Leider ist's mit denen alsbald wieder vorbei.



