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Der gehörnte Marquis: Roman

Der gehörnte Marquis: Roman
Von Jean Teulé

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(7 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #92316 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-03
  • Einband: Taschenbuch
  • 336 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Dieses Buch spaltet mich
Von Dana Wunderlich
Empfohlen von der Zeitschrift Brigitte als ideale Sommerliteratur bzw Urlaubsliteratur, machte ich mich auf und kaufte es. Die Geschichte hört sich gut an. Und gerade wenn man historisch angehaucht ist, ist das Thema sehr interessant.

Jetzt bin ich in der Hälfte des Buches und schwanke stark zwischen Begeistung und völliger Ablehnung. Auf der einen Seite ist es herrlich geschrieben, mit Witz und Ironie auf der anderen Seite finde ich es ordinär und vulgär. Mein Wunsch in der Zeitmaschine in die Zeit des Sonnenkönigs zu reisen, den hab ich gründlich zu den Akten gelegt. Es wird nichts umschnörkelt, verschönt und bunt gemalt. Nein, der Leser bekommt einen Eindruck in das Leben und das ist alles andere als bunt und farbenfroh. Ganz anders als es uns so manch historischen Filmen oder Literatur weiß gemacht wird. All die Themen, die oft ausgelassen werden (Sex, Hygiene, Lebensweise,...) werden beleuchtet und die sind nicht spaßig.
In wieweit das Thema historisch korrekt ist, kann ich noch nicht sagen, dafür hab ich mich zu wenig mit der Geschichte befasst.

Da ich mich immer noch nicht entscheiden kann, wie ich zu dem Buch stehe, vergebe ich nur 3 Sterne. Dennoch eine angenehme Urlaubslektüre, die sicherlich so manchen zum schmunzeln, lachen oder Kopf schütteln anregt.

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Ein wahrhaftiges Meisterwerk
Von Sim.D
Jean Teulé ist mit seinem Buch "Der gehörnte Marquis" ein wahrhaftiges Meisterwerk gelungen. Der Leser wird - wenn auch teilweise mit Ekel und Abscheu - auf historische Fakten verwiesen, die er sonst in normalen Historienromanen vergebens sucht. Teulé hinterleuchtet das Frankreich zur Zeit des Sonnenkönigs ohne Beschönigungen und mit einem ausgeprägten Hedonismus. Er schildert ohne Scheu die Dekadenz des Hofes Ludwigs des XIV. und seinen Untertanen. Der Leser erfährt vom Dreck, gar einer Kloake die nahezu überall in Paris und auch in ganz Frankreich anzufinden ist, ebenso wie von der Sexbessesenheit, Inzucht und Dekadenz des Hofstaates und ihrer Umgebung... Gleich zu Beginn des Romans wird der Leser mit einem Degenhelden konfrontiert, der seine Karieslöcher mit Butter zustopft und die Lippen über das Zahnfleisch zurückzieht, damit die milchige Kühlung nicht schmilzt. Wir erfahren z.B., dass sich Ludwig XIV. nur zweimal in seinem Leben gewaschen hat; oder von Kloakenentleerern im Permanenteinsatz, die Ausscheidungen der Stadt zusammenkehren und in Schubkarren zur Seine bringen; oder von Marquisen, Grafen und Herzögen die ihre Gattinnen mit dem König teilen und, dass die meisten Ehemänner dies als Ehre erachten, um bei Hofe weiterzukommen etc. etc. um mal nicht alles vorweg zu nehmen. Alles wird gespeist mit einer herrlich spritzigen Tragikömodie, der Geschichte des Marquis d'Antin, dessen Gattin zur berühmtesten Mätresse des Sonnenkönigs wird. Der vor Gram und Eifersucht hin- und hergerissene Marquis lässt sich daraufhin allerlei einfallen seine Frau zurückzugewinnen, jedoch vergebens. Ein durch und durch gelungenes Buch mit einem sehr erfrischenden und zuweilen anzüglichen Schreibstil.

0 von 0 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5"Sire roi, c'est ma femme..."
Von Sabine Lembens-Dapper


"Der gehörnte Marquis" von Jean Teulé, Piper-Original, 3/2009.


Françoise de Rochechouart de Mortemart heiratet kurz entschlossen in Saint-Sulpice -
weil ihr der Verlobte abhanden kam (ihm droht bei der Rückkehr nach Frankreich der Verlust des Hauptes)
sowie um das bereits vorhandene Hochzeitskleid vor dem Mottenfraß zu retten - Louis-Henri de Pardaillan
de Gondrin, Marquis de Montespan.

Louis-Henri verfällt seiner Gattin mit Haut und Haaren und empfindet es deshalb durchaus nicht als Gunst,
als Ludwig XIV. seine Françoise zur Lieblingsmätresse erwählt. Der arme Louis-Henri wird zum Gespött der
Pariser, die Straßenmusikanten verhöhnen ihn in ihren Liedern und selbst Molière widmet ihm ein Stück.

Aber der Gehörnte wehrt sich - und auf welch aberwitzige Ideen der Marquis von Montespan vor Wut und
Eifersucht kommt (u.a. will er den König mit Syphilis anstecken, er lässt Hörner an seine schwarze Kutsche
schrauben, mit der er nach Versailles fährt), amüsiert und erstaunt, erweckt Mitleid mit seiner verzweifelten
Liebe.

Teulés Buch ist bizarr, vergnüglich, tragisch, unverstaubt und herrlich unverkrampft (es geht schließlich um
eine Mätresse d.h. um Sex und nicht um Puder), einfach ungemein lebendig. Für Liebhaber von Spott, beißender
Ironie und schrägen Tönen absolut empfehlenswert!

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