Christoph Schlingensiefs »Nazis rein«
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Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #96385 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2002-03-26
- Einband: Taschenbuch
- 328 Seiten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Schlingensiefs Hamlet � alles nur Theater ?
Von Ein Kunde
Hamlet in Zürich ... mit aussteigewilligen Nazis! Skandal! Das vielleicht spannendste Projekt Christoph Schlingensiefs sorgte im Frühjahr 2001 für Aufsehen und Tumult, weil er aussteigewillige Neonazis in seine Theaterarbeit integrierte, bei Straßenaktionen zum Verbot der Schweizerischen Volkspartei aufrief und zusammen mit dem Ensemble den Verein REIN e.V. für weitere aussteigewillige Neonazis gründete.
Über diese spannenden Geschehnisse ist jetzt diese erstaunliche Dokumentation im Suhrkamp Verlag erschienen, die man diesem ehrwürdigen Hause kaum zugetraut hätte. Die Herausgeberinnen meistern das Thema formal und inhaltlich auf beeindruckende Weise.
Das Buch dokumentiert einerseits sämtliche Geschehnisse rund um das Hamlet-Projekt und enthält bislang unveröffentliche Zuschriften von aufgebrachten Schweizer Bürgern, interne Faxe und Emails sowie offizielle Briefe an den Bundesinnenminister Otto Schily oder die Bundeszentrale für politische Bildung. Es finden sich darin transkribierte Fernsehinterviews, Pressestimmen und Rezensionen zum Stück sowie eine Fülle an Fotomaterial. Daneben finden sich Texte, die exklusiv für dieses Buch geschrieben wurden. Darunter auch einige von den am Projekt beteiligten Neonazis, die von ihren Erfahrungen in und mit der rechtsradikalen Szene berichten, von ihrer Motivation, bei Schlingensiefs Projekt mitzuwirken und aus der rechten Szene aussteigen zu wollen oder aber von ihrer Entscheidung gegen einen Ausstieg. Es kommen außerdem die Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer oder der Philosoph Boris Groys zu Wort sowie der Dramaturg des Stückes Carl Hegemann oder Filmkritiker und Theaterwissenschaftlern, die sich um Theoretisierungsversuche bemühen.
Das Buch lädt zum spielerischen Umgang ein, man kann darin stöbern, lesen oder einfach nur blättern. Es ist so konzipiert, dass man es von zwei Seiten lesen kann, die in der Mitte aufeinandertreffen. Die eine Seite repräsentiert Schlingensief und seine Herangehensweise an das Projekt, die andere Seite hingegen die Perspektive der Neonazis. Der Leser bekommt Einblick in die Denkweise der Neonazis, unzensiert werden z.B. Auszüge aus rechten Songtexten vorgestellt.
Das Buch erklärt weniger als dass es einfach nur verschiedene Positionen aufzeigt und lädt dadurch dazu ein, sich ein eigenes Bild und Urteil von dem Projekt zu machen. Mut zur Ambiguität ist selten in unserer paternalistischen Medienwelt. Ein Buch für Menschen, die sich eigene Meinungen bilden können und möchten.
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er fehlt........
Von Alex
.......seine Aktion war ein spannender Moment im Umgang mit dem rechten Rand der Gesellschaft.
Stil und Dokumentation schwanken zwischen Hochschule und Klippschule, das sollte wohl Dada sein.......erfrischend !
7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
beide seiten
Von Ein Kunde
als ich das buch gelesen habe hatte ich schon von christoph schlingensief gehört u.a. durch u-3000 und dem dctp-nachtclub. es war wieder einmal ein genuß zu lesen wie schlingensief vorgeht und dann die entsprechenden wütenden reaktionen an sich abprallen läßt. interessant fand ich auch die sichtweise der neonazis wie sie den alltag sehen und mit welchen problemen sie konfrontiert werden (wobei sie mir dadurch nicht sympathischer geworden sind!). alles in allem eine sehr interessantes buch welches jedoch, für nicht allzu sehr theaterinteressierte, seine längen(die zwei "hamlet"-kritiken) hat.



