Vom Urknall zum Cyberspace: Fast alles über Mensch, Natur und Universum
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Produktinformation
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- Veröffentlicht am: 2009-09-09
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 228 Seiten
Kundenrezensionen
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Ein grosser Bogen von der Kosmologie zum irdischen Leben
Von Dr. L.
Michael Köhler, Professor am Institut für Physik der TU Ilmenau, führt in dieser Monografie 'vom Urknall zum Cyberspace' die Leser auf einen ausgedehnten Streifzug durch die gegenwärtige Erkenntniswelt von Mensch, Natur und Universum. Nach einer Einführung über komplexe Strukturen, fundamentale Größen und Hierarchien folgt eine erste spannende Vorstellung kosmologischer Modelle, wobei bereits hier wie in allen nachfolgenden Kapiteln die Modellhaftigkeit und Ungewissheit unserer Vorstellungen angesprochen wird.
Die Beschreibung, wie chemische Elemente und chemischer Verbindungen durch das Zusammenspiel von Gaswolken, Materie und Gravitation sowie durch die Lebensdauer von Sternen und Elementen entstehen, ist Gegenstand der Nachfolgekapitel.
Sehr informativ auch die Ausführungen zur Entstehung schwerer Elemente, zu Reaktionen in thermischen Plasmen und zum Auftreten erster organischer Moleküle in kosmischen Gaswolken. Damit wird auch bereits der Bogen zum heutigen naturwissenschaftlichen Verständnis des irdischen Lebens geschlagen, dem eine molekulare Selbstorganisation zu Grunde liegt. Breiten Raum nimmt der Abschnitt über molekulare Evolution ein, wo in Grundzügen beschrieben wird, wie Moleküle in biologischen Systemen integriert und selektiert werden, welche Informationen sie enthalten, welche Räume sie einnehmen und wie autokatalytische Prozesse ablaufen.
Weiter geht es mit Ausführungen über die verschiedenen Organisationsebenen des Lebens vom Einzeller zum Vielzeller bis zu Lebensgemeinschaften und ganzen Ökosystemen mit ihren vielfältigen Wechselwirkungen. Als besonders eindrucksvoll habe ich die Hypothesen zur Entstehung der Erde als Gesamtökosystem empfunden, nachdem erste autotrophe Organismen auftraten, was u. a. zum 'Umbau' bzw. zur Anpassung der Erdatmosphäre führte.
Bevor das Buch mit grundlegenden offenen Fragen wie: was ist Leben, was war vor der Bildung erster Elementarteilchen, wie entstand die erste Zelle, gibt es extraterrestrisches Leben, sind Kultur und Leben unsterblich? schließt, geht Köhler noch auf die kulturelle Evolution am Beispiel der Sprache, Schrift, Verständigung und Informationsübertragung ein. Zahlreiche Hinweise auf weiterführende Literatur zu den einzelnen Themen beschließen das Buch.
Fazit: Es gibt viele Ausführungen und noch mehr Meinungen im Grundsatz wie im Detail zu den Themen ' Universum & Cyberspace'. Meist werden sie fundiert von Spezialisten für Ihresgleichen vorgetragen. Köhlers Verdienst ist es, eine zur Themenauswahl überzeugend interdisziplinäre Schau des gegenwärtigen Wissenstandes zu bieten. Dabei spricht er auch die großen ungeklärten Fragen offen an. Die Lektüre eignet sich besonders für Naturwissenschaftler, aber auch für (Natur)Philosophen, Mediziner und weitere Interessierte, sofern sie dem naturwissenschaftlichen Unterricht in der gymnasialen Oberstufe mit Interesse gefolgt sind und sich schon immer einmal mit den existentiellen, oft unbegreiflichen 'Erscheinungen' des Universums befassen wollten. Für Kreationisten hingegen ist es m. E eher ungeeignet, es sei denn, sie wollen ihren Standpunkt in Frage stellen. Allen anderen gibt Köhler eine in ihrer thematischen Gliederung und Verknüpfung sowie der anschaulichen Beschreibung bestens geeignete Anleitung zum erfürchtigen Staunen.
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14 Milliarden Jahre unter vielfältigen Aspekten in einem Buch toll dargestellt
Von MarkusR
Der Titel beleuchtet einen Zeitraum von rund 14 Milliarden Jahren unter Aspekten von Physik, Astronomie, Chemie, Biologie und Kommunikation. Theodor Fontane würde dies wohl als ein (viel zu) weites Feld" bezeichnet haben, um in nur einem Buch behandelt zu werden. Jedoch gelingt gerade dies dem Autor, indem er sich auf die wesentlichen Schritte und die dazugehörigen Prinzipien und Konzepte innerhalb dieser Entwicklung konzentriert. Er beschreibt, wie sich das Weltall in unterschiedlichen Phasen seit dem Urknall entwickelt hat und welche Bedingungen notwendig waren, die das uns bekannte Universum und das Leben, wie auch unsere eigene Spezies, entstehen ließen. Es werden dabei insbesondere die dahinter stehenden Regeln und daraus resultierende Strukturen, Ordnungen und Hierarchien auf winzigen und großen Raum- und Zeitskalen analysiert. Diese und wichtige biologische Kreisläufe werden durch die schematischen Darstellungen für den Leser kompakt veranschaulicht. Außerdem zeigt Michael Köhler, dass die gleichen Organisationsmuster in diversen, auch anders gearteten, Systemen vorkommen.
Das Buch ist thematisch in zwei große Teile untergliedert: In einem physikalisch-astronomisch-chemischen Teil beschreibt Michael Köhler die Expansion des Weltalls nach dem Urknall; wie sich daraus die ersten Strukturen (Gaswolken) und im weiteren Verlauf Sterne und Planeten bildeten. Während der Expansion entstanden zunächst einfache chemische Elemente, die im Verlauf der Zeit im Inneren von Sternen zu der bekannten Vielzahl an Elementen fusioniert wurden. Aus diesen wurden - die anfangs vornehmlich als Radikale und Ionen vorliegenden - Moleküle und im Weiteren Festkörper, wie wir sie auch auf der Erde kennen.
Die Betrachtung von speziellen Molekülen für das Leben bildet den Übergang zum biologisch-ökologisch-kulturellen Teil des Buches. Der Autor beschreibt, nach welchen Prinzipien sich aus diesen Grundbausteinen erste funktionierende Zellen aufgebaut haben könnten. Neben den Einzellern entwickelten sich im Laufe der Zeit mehrzellige Lebewesen, die untereinander in Wechselwirkung getreten sind und ein Gesamtökosystem bilden. Die einzelnen Evolutionsphasen der Organismen ordnet Michael Köhler in die Entwicklung unseres Planeten unter Berücksichtigung der vorherrschenden Bedingungen ein. Es wird beleuchtet, dass der Mensch nur seit einem sehr kurzen Zeitraum in diesem Ablauf existiert und zugleich einen enormen Fortschritt hinsichtlich seiner (kommunikativen) Fähigkeiten gegenüber anderen Vielzellern erlangt hat.
Abschließend befasst sich der Autor in einem Kapitel mit grundsätzlich unbeantworteten Fragestellungen in verschiedenen Phasen von Universum und Leben.
Dieses Buch ist für den naturwissenschaftlich interessierten Leser geschrieben. Es versteht sich keinesfalls als klassisches Lehr- bzw. Fachbuch. Daher bietet es einen interessanten Einblick in das breite zeitliche und thematische Spektrum, wobei es die Lust auf den tieferen Einstieg in eines der behandelten Teilgebiete weckt.
1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Tolle Reise vom Anfang zum Jetzt
Von Lorenz
Dieses Buchcover wirkt zunächst wenig einladend auf den wissenschaftsinteressierten Leser, weil es doch arg science-fiction-mäßig aussieht.
Doch nach kurzem Anlesen kaufte ich mir es und bereue es überhaupt nicht.
Man bekommt tiefere Einblicke in das, was einen umgibt, aber auch in das, woher es kommt.



