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Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung

Und das ist Kunst?!: Eine Qualitätsprüfung
Von Hanno Rauterberg

Preis: EUR 12,95 Kostenlose Lieferung Details

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(14 Kundenrezensionen)

Produktbeschreibung

Eine Qualitätsprüfung
Erscheinungsjahr: 2008
m. Abb.
Gewicht: 373 gr / Abmessung: 21,5 cm
Von Rauterberg, Hanno

Nie war soviel Kunst wie heute. Viele neue Museen und Galerien werden eröffnet, das Publikum strömt, die Preise auf dem Kunstmarkt explodieren. Doch auch die Ratlosigkeit wächst: Was ist heute gute Kunst? Welche Kriterien gelten noch?
Hanno Rauterberg zeigt in seinem thesenstarken Buch, wie sich Kunstwerke beurteilen lassen und bietet Orientierung im Dschungel der Gegenwartskunst. Er plädiert für eine neue ästhetische Wertedebatte.


Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #84637 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2008-10-13
  • Einband: Broschiert
  • 304 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Über Kunst kann man streiten!
Von G. Jörgensen
Ein Buch, das dazu einlädt, eigenen Kunstgeschmack zu entwickeln statt lediglich nachzuplappern und auch mal kontrovers über Kunst zu diskutieren, statt sich hinter Floskeln wie "Über Kunst kann man nicht streiten" zu verstecken. Rauterberg geht es nicht um eine pauschale Ablehnung moderner Kunst, sondern darum, die Spreu vom Weizen zu trennen. Was nur möglich ist, wenn die knallharten Marktmechanismen, denen auch die Kunst heute unterworfen ist, durchschaut werden. Ein detailreicher und differenzierter Streifzug durch den modernen Kunstbetrieb, der so manchen angesagten Kunsttrend als kalkulierte Modeerscheinung und so manches gängige Kunsturteil als Worthülse entlarvt. Dabei wird sicherlich nicht jede/r mit allen Urteilen des Autors übereinstimmen. Doch darum geht es ja auch gar nicht. Denn wie gesagt: über Kunst soll und muss gestritten werden! Ich kann dies glänzend geschriebene Buch allen, die sich auch nur ein bisschen für die aktuelle Kunstszene interessieren, wärmstens empfehlen.

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Ein rundherum gelungener Denkanstoß
Von Matthias Erntges
Bücher, die sich der Frage widmen, was gute Kunst sei, erscheinen in den letzten Jahren des öfteren. Einige davon sind eher kurz gefasste 'Ratgeber', die dem kunstinteressierten Laien oder auch weitergehend ambitionierten Sammlern einen Weg zeigen sollen, die Qualität von Kunst zu beurteilen und sich eine Orientierung auf dem Kunstmarkt zu bearbeiten.

Die künstlerischen Entwicklungen seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts haben vielfältige spannende und bereichernde Experimente mit sich gebracht, zu Aufbrüchen, Wandlungen und Erweiterungen des Kunstbegriffs geführt und damit auch die Schwierigkeit mit sich gebracht, Kriterien zur Beurteilung von Kunst zu erkennen oder in einem allgemeinen Konsens zu akzeptieren.

Ist Kunst, die den Weg in ein Museum gefunden hat gut? Ist ein hoher Preis für ein Kunstwerk ein Beleg für seine Qualität oder mögliche zukünftige kunsthistorische Bedeutung? Diese und viele Fragen sowie damit verbundene Irrtümer greift Hanno Rauterberg in seinem Buch 'Und das Kunst ist ?!' auf. Es lässt sich nicht leugnen, dass der Kunstmarkt oder der Kunstbetrieb in seiner Gesamtheit voller irrationaler Phänomene zu sein scheint und wer sich leibhaftig in diesem Milieu umtreibt, bemerkt schnell, dass mehr über Preise, Erfolge und vermeintliche Erfolgstrategien, über Popularität und das Who is who gesprochen wird ' umso weniger aber über Kunst, ihre Aussagen und Qualitäten und Kriterien, diese zu benennen.

Der Feuilletonist der ZEIT Hanno Rauterberg stellt sich dem entgegen und ihm gelingt es, behutsam und doch verständlich, Missverständnisse und Irrtümer aufzudecken und die Diskussion über substanzielle Aspekte, über die Qualität von Kunst prüfend und doch offen anzustoßen.

Das Buch ist sicher keine grundsätzliche Marktkritik, denn Künstler sowie alle Varianten von Kunstvermittlern müssen bekanntlich auch ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber Rauterberg weißt Möglichkeiten auf, Kunst wieder in ihrer Autonomie abseits eines Marktes zu entdecken und sich ein Urteil zu erlauben. Dabei gelingt es ihm, Kriterien aufzuzeigen ohne dogmatisch zu sein, Thesen aufzustellen, denen nicht jeder Leser und Kunstliebhaber zustimmen muss, ihn aber anregt, viel zu sehen und zu vergleichen und sich aus dem Vergleich heraus eigene Urteile zu bilden. Nicht nur dem Betrachter in Museen, Galerien und Ateliers dient dieses, sondern zuweilen auch manchen Akteuren der Fachwelt. Auch dort kann gelegentlich der Eindruck entstehen, dass der Mut zum eigenen Urteil erst dann aufkommt, wenn ausgelotet wurde, was andere Denken und was im Trend liegt.

Auch wenn Rauterberg den Blick zurück auf Kriterien und einen Diskurs darüber lenkt, so hat dies nichts von mangelnder Offenheit und schränkt den Freiraum des künstlerischen Schaffens in keiner Weise ein.

Wie gesagt, unterschiedliche Ansichten sind erlaubt und Rauterbergs Thesen erwecken nicht den Eindruck eines ausschließlichen Anspruchs. Ihm gelingt eine Gradwanderung, die jeden bereichern kann ' unabhängig von Zustimmung oder Reibung in einzelnen Einschätzungen.
Auch das macht den außerordentlichen Wert dieses Buches aus.

34 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Das beste Kunstbuch, das ich kenne
Von Mario Weber
Hanno Rauterberg, Kunst- und Architekturkritiker im ZEIT-Feuilleton, legt eine kritische Auseinandersetzung mit der Gegenwartskunst vor. Es fehle heutzutage an der Bereitschaft, Kunst nach ihrer Qualität (und nicht nach ihrem Marktwert) zu beurteilen. Sein Buch rückt den Betrachter in den Mittelpunkt und fordert ihn auf, frei und selbstbewusst eigene Urteile zu treffen.
Eines vorweg: Hanno Rauterberg ist kein Verächter der Gegenwartskunst, sein Buch ist keine Ablehnung neuer Ausdrucksweisen und Formen oder gar ein Rekurs auf die Alten Meister. Es geht ihm um den Status Quo. In den postmodernen (Kunst-)Zeiten des Anything-Goes, der Ironisierung und der Infragestellung bzw. Missachtung handwerklich-technischer Fähigkeiten sollte man, so Rauterberg, wieder Kriterien in den Vordergrund stellen.
Rauterbergs Buch trägt den Untertitel „Eine Qualitätsprüfung“. Muss man aktueller Kunst ratlos gegenüberstehen? Nein. Muss man alles gut finden, nur weil es in Museen präsentiert wird oder auf Auktionen irrsinnige Preise erzielt? Nein. Darf man sich ein eigenes Urteil erlauben? Man muss! Aber wie geht das? Darüber schreibt Rauterberg. Verständlich, anschaulich, nachvollziehbar.


Rauterbergs Buch ist dreigliedrig aufgebaut. Teil 1 verhandelt den Kunstmarkt. Teil 2 deckt die „10 populärsten Irrtümer der Gegenwartskunst“ auf. Teil 3 bietet „Wege aus der Qualitätskrise“. Klar ist, dass auch Künstler nicht von Luft und Liebe leben können, dass es schon immer um finanzielle Unterstützung und Absatzfragen ging, dass Kunst präsentiert, ausgestellt, natürlich verkauft und seit ein paar Jahrhunderten auch in Museen „bewahrt“ und in Epochen und Strömungen eingeordnet wird. Eine neue Entwicklung jedoch ist, wie der globalisierte Kunstmarkt in der Kunstszene für tiefgreifende Veränderungen sorgt. Kunst ist Ware, Kunst ist Spekulationsobjekt, Kunst misst sich an ihrem Verkaufwert. Und es ist die zeitgenössische Kunst, die hier dominiert. „Alle rationalen Maßstäbe scheinen außer Kraft gesetzt, wenn wieder einmal für ein Bild der klassischen Moderne weit höhere Summen gezahlt werden als für viel seltenere und ältere Kunstwerke. Ein Gemälde von Johannes Vermeer war vor einigen Jahren bereits für 14,5 Millionen Dollar zu erwerben, für nur ein Zehntel dessen, was das Bild No. 5 von Jackson Pollock kostete […]. Egal ob Monet oder Rubens, Beckmann oder Turner, sie können mit den Jungen, mit Damien Hirst oder Maurizio Cattelan preislich kaum noch konkurrieren.“ Davon abgesehen, dass man einen Vermeer auch nicht aus der Portokasse bezahlt, verwundert dies schon. Der heutige Kunstmarkt mit seinen spektakulären Auktionen, seinem Event-Charakter, seinem Streben nach Superlativen, seinen „Emotionsmaschinen“ gibt jedoch eine eindeutige Antwort: Der Preis ist die Qualität. Mag man dies noch hinnehmen und die absurden Höchstgebote für Gegenwartskunst der Profilierungssucht einiger Milliardäre ankreiden, was wesentlich schwerer wiegt, ist: Die Dominanz des Kunstmarkts wirkt sich auf die Produktionsbedingungen der Künstler aus, färbt auf eine sich den Gegebenheiten anpassende Kunstkritik ab und spiegelt sich in der Arbeit der Museen wider. Museen verfügen nicht über die nötigen finanziellen Mittel, um (relevante) Gegenwartskunst zu erwerben. Sie sind immer häufiger angewiesen auf die „Gnade“ vermögender Großsammler, die ihre teils wahl- und urteilslosen, nicht selten nur nach reinen Marktkriterien einkauften Kunstwerke unter ihren Bedingungen großmütig der Öffentlichkeit präsentieren möchten. Der Abschluss ihres Lebenswerks. Dafür herhalten soll die Institution Museum. Es geht ums Geld, um Profilierung, um Schlagzeilen. Fragen nach der Qualität bleiben außen vor bzw. werden erst gar nicht gestellt. Ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen ist.
Rauterberg belässt es aber nicht bei der Zustandbeschreibung und Kritik des Kunstbetriebs samt seiner öffentlichen Einrichtungen heute. Herzstück des Buches ist die Frage, wie der einzelne, nicht in den Betrieb involvierte Kunstinteressierte sich wieder an moderne Kunst heranwagen kann, ohne wie der sprichwörtliche Ochs vorm Berg davorzustehen. Es könnte funktionieren über einen Katalog an Qualitätskriterien, der von der subjektiven Wahrnehmung ausgeht. Zuerst sollte der Betrachter gängige Klischees über Bord werfen. „Die Kunst ist frei und niemand darf, niemand kann über sie richten. Das ist das Missverständnis, mit dem alles anfängt.“ In weiteren neun Punkten räumt Rauterberg mit diesen „populärsten Irrtümern“ auf. Gute Kunst muss irritieren, gute Kunst muss wahrhaftig sein, gute Kunst muss Neues bieten … Warum eigentlich? Wer fordert, dass Kunst unausschöpflich, unnahbar, unbegreiflich sein sollte, wer denkt, dass die Frage nach den Maßstäben für heutige Kunst irrelevant geworden sei, erledigt damit auch Festlegungen. Rauterberg: „Für den Betrachter heißt das, er möge bitte schweigen. Er hat nur die Wahl zwischen Ehrfurcht und Gleichgültigkeit.“ Das kann es aber nicht sein. Im dritten und letzten Teil seines Buch weist Rauterberg Wege aus der Passivität: So kann man Kunst betrachten, so kann man Kunst bewerten. Während Teil 2 allgemein war, gibt es jetzt viele Beispiele und Bewertungen des Autors. Positive wie negative. Die Palette reicht u. a. von Erwin Wurm, Jeff Koons und Jeff Wall über Stephan Balkenhol, Wolfgang Tillmans und Fernando Botero bis hin zum Künsterduo Peter Fischli & David Weiss, Olafur Eliasson, Neo Rauch und Daniel Spoerri. Natürlich kann man über Rauterbergs Einschätzungen hier geteilter Meinung sein, der Autor hat die Tendenz, Spielerisches, Absurdes zu bevorzugen, doch geschieht all dies unter Bezug auf seine Qualitätskriterien. Von einem streitbaren „Plädoyer für eine neue ästhetische Wertdebatte“ spricht der Klappentext zu Recht. Dann kann es ja endlich losgehen! Mit offenen Augen raus in die Kunstwelt, aber vorher noch das Buch lesen.

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