Die Kunst der Architekturfotografie: Individualität und Innovation
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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(3 Kundenrezensionen)
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #325560 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2009-12-15
- Abmessungen: 4.14 Pfund
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 288 Seiten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Locker geschrieben, philosophisch, hinterlässt ein gutes Gefühl, keine Technik-Verliebtheit
Von VMUM-Leser
Martin Timm vermittelt in seinem Buch Die Kunst der Architekturfotografie auf knapp 270 Seiten ein sehr guten Einblick darüber, was es bedeutet Architektur zu fotografieren. Das Buch ist etwas kleiner als das A4 Format, hat einen hochwertigen Einband und eine ordentliche Bindung. Er fängt dabei nicht mit nüchterner Ausrüstungsschwärmerei, trockenen Gestaltungsregeln oder Weisungen, wie etwas zu fotografieren sei an. Nein, er fragt sich und den Leser was ein Gebäude ausmacht und wieso man es fotografieren soll. Das Buch ist durch und durch leicht philosophisch angehaucht und locker geschrieben. Das Buch "Die Kunst der Architekturfotografie" hinterlässt nach dem Lesen ein gutes Gefühl.
Inhalt
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Das Wesen der Architekturfotografie:
Timm beginnt mit der Frage was ein Gebäude ist, was es ausmacht, wozu es dient, wie man es betrachten muss. Wie erkennt man das Wesen eines Gebäudes. Musik ist Kunst, Architektur ist auch Kunst. Er fragt: was will ich mit meiner Aufnahme aussagen? Gebäude können schön sein, müssen es aber nicht - fotografiert man sachlich oder schön? Was ist der Zweck der Architekturfotografie? Eigenes Interesse, Liebe zur Architektur, oder schlicht ein Auftrag? Man muss sich mit dem Gebäude auseinandersetzen.
Bildaussage
Gestalt sehen und Gestalt geben. Wie erkenne ich Formen und ihre Bedeutung. Wie Reduziert man ein Motiv auf eine einfache Forum - und damit auch Aussage. Der Autor scheint es einem selber zu überlassen, ob man das ganze Gebäude oder nur Details ins Bild holt.
Bildgestaltung
Dieser Abschnitt ist sehr ausführlich. Was ist Perspektive, wie wichtig ist der Standort. Timm erklärt sehr gut Perspektiven, Fluchtpunkte und Projektion. Was sind Stürzende Linien und wie begradigt, oder rettet, man sie? Was ist der Bildwinkel und welche Wirkung haben verschiedene Bildwinkel am Bauwerk? Timm geht auf Licht, Kontraste, Farben und Farbwirkung ein. Hoch- oder Querformat: Wie kann man die Wirkung durch die Formatausrichtung beeinflussen? Abschließend spielt der Autor mit Linienführung, Symmetrien und Asymmetrien.
Diese Themen scheinen sich mit jedem anderen guten Buch zu fotografischer Gestaltung zu schneiden, doch geht Timm auf Bedeutung für die Architekturfotografie im speziellen ein.
Technik
Der Abschnitt zur Technik ist nicht tief gehend, Grundlagenwissen muss man mitbringen. Das ist aber sehr erfrischend, man wird nicht mit der Xten Wiederholung gelangweilt. Timm geht auf wichtige Bildwinkel und Brennweiten ein und vergleicht Zoomobjektive und Festbrennweiten und gibt Tipps zur (Schnell-)Bewertung von Objektiven. Er erklärt sehr anschaulich die Begriffe Blende, Schärfentiefe und Zerstreuungskreis. Wie geht man mit Licht um, wie kann man ein Gebäude ins richtige Licht setzen? Der Abschnitt endet mit einer kleinen Checkliste welches Zubehör für die Architekturfotografie nützlich ist.
Wofür ist HD (HDR) wirklich gut?
Erstmal erklärt Timm: was bedeutet HDR? Daran schließen sich fototechnische Grundlagen zu Lichtwerten und Konstrastumfang an. Timm erwähnt auch, dass HDR selbst mit Analogen mitteln möglich ist. Er schließt damit ab welche Motive sich für HDR eignen und wie man sie erstellen kann.
Auch rechtliches kommt in dem Buch vor: der Abschnitt ist jedoch sehr kurz - viel gibt es zu dem Thema aber auch meiner Meinung nach nicht zu sagen.
Das Buch schließt mit ein paar Genres ab
Timm geht nicht tief auf jedes Bild oder jede Frage ein und lässt Fragen offen. Hier wird klar: man muss seinen eigenen Stil finden. Er scheint in diesem Abschnitt immer schneller zu "erzählen". Das ist nicht falsch zu verstehen, denn letztendlich endet er mit vielen, sehr abstrakten Bildern und fragt: was ist eigentlich Architektur, darf ich das noch?
Der Autor verdeutlicht, dass es verschiedene Gebäude für verschiedene Zwecke gibt, die verschiedene Wirkungen erzielen. Was mach das Interieur aus, wofür eignen sich Panoramen und wie kann man die Blaue Stunde nutzen? Wie kann man sachlichen Aufnahmen etwas die Spannung nehmen und: haben Menschen in der Architekturfotografie etwas verloren? Wie abstrakt oder gar unscheinbar dürfen Architekturfotos sein? Wo endet Architekturfotografie oder bis wo geht sie.
Kritik
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Alle Kapitel empfinde ich als ausgewogen. Man merkt, dass Martin Timm sein Handwerk versteht.
Sehr gut hat mir gefallen, dass sich der Autor nicht an Technikverliebtheit aufhängt, wie sie in vielen anderen Büchern zu finden ist. Oft wird dort an 1000 Stellen (so empfinde ich es) Werbung für Hersteller gemacht - man benötige eine Canon EOS 1D Mark III weil der Vollformatsensor mit 13 Megapixeln einen großformatigen Druck ermöglicht?! Hier nicht.
Timm erwähnt, fast beiläufig, dass das Bild mit einer Fachkamera bei extremen "Shift" aufgenommen wurde und woran man dies erkennt. Oder dass das Einmessen mit Belichtungsmesser und Graukarte nicht mehr möglich war und auf gut Glück belichtet wurde. Es wird nicht zu bestimmten Marken geraten, sondern nur zu Funktionen die man benötigt.
Das Kapitel zu Perspektiven und Projektion ist sehr ausführlich. Schade, dass auf anschauliche Skizzen verzichtet wurde. Sie hätten den Text anschaulicher gemacht und abgerundet.
Timm zeigt vier, fünf Motve mehrmals in verschiedenen Formaten, Ausschnitten und Abstraktionsstufen und unschreibt Jede ein wenig. Er überlässt es dabei mir, dem Leser wie ich mit meinen Motiven umgehen werde. Das ist auch gut so. Schließlich möchte ich nicht Fotos à la Martin Timm machen.
Der Autor ging auf Interieur-Aufnahmen ein, aber nicht tief. Man muss das nicht negativ sehen. Gehört eine Innenaufnahme zwar zur Architektur, hat sie jedoch teilweise mit ganz anderen Problemen zu kämpfen.
Timm erklärt das manche Aufnahmen nur durch Stitching möglich sind. Hier hätte er etwas detaillierte auch auf Grenzfälle eingehen können wie: wie stitcht man geshiftete Aufnahmen? muss dort etwas beachtet werden?
Den Untertitel "Individualität und Innovation" wurde mir erst langsam klar. Vielleicht liegt er aber im letzten Abschnitt zu "Genres". Auch am Anfang des Buches wird klar, dass Architekturfotografie nur schwer abzugrenzen ist. Und zwischen drin gibt es auch ein paar Aufnahmen die man im ersten Moment nicht unbedingt zu Architekturfotografie einordnen möchte. Wer sich mit diesem Untertitel die Offenbarung erhofft, dürfte mit dem Buch nicht gut bedient sein. Meine Meinung.
Timm bringt zu fast allen Themen kurze Checklisten und prägnante Stichpunkte an.
Den hohen Preis habe ich mittlerweile zu Schätzen gelernt.
4 von 5 Sterne
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Eigentlich habe ich an diesem Buch kaum etwas auszusetzen. Für die, unter Kritik erwähnten, fehlenden Skizzen zu Perspektive und Projektion würde ich allerdings einen halben Stern abziehen. Der Autor ist auf Panoramen und Stitching eingegangen. Mir haben sich gleich die Fragen aufgetan was man beim Stitchen beachten muss, wenn die Perspektive korrigiert wurde. Dafür gibt es auch einen halben Punkt Abzug.
Buch
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Diese Rezension bezieht sich auf
Die Kunst der Architekturfotografie
Individualität und Innovation
von Martin Timm
bei Addison-Wesley
ISBN 978-3-8273-2904-2, 2010
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Den eigenen Stil finden. Kein Buch für Anfänger!
Von Regina Károlyi Media-Mania.de
Dieses Buch wendet sich, das sei vorausgeschickt, nicht an Anfänger im Bereich der Fotografie, die sich "mal eben im Vorbeigehen" Tipps und Tricks zum Häuserfotografieren abholen möchten, vielleicht für den nächsten Urlaub. Zielgruppe sind gleichermaßen Architekten, die Gebäude aus beruflichen Gründen oder auch aus privatem Interesse optimal fotografieren möchten, und Fotografen oder Fotografen in der Ausbildung, die den Bereich der Architekturfotografie für sich erobern wollen. Bestimmte Kenntnisse, etwa in Bezug auf Tilt-Shift-Objektive oder Fachkameras, werden vorausgesetzt.
Da es nicht ganz leicht ist, die "Aussage" eines Gebäudes auf ein Foto zu bannen - zumal ein Bauwerk durchaus mehrere "Aussagen" haben kann -, muss der Fotograf sich mit ihm befassen. Und so geht es in den ersten Kapiteln insbesondere um die Übergänge zwischen Architektur und Philosophie, um Ästhetik, um Wahrnehmung und um die Einbeziehung dieser Aspekte in die Bildkomposition. Auch in den späteren Kapiteln werden Philosophie und Wahrnehmung immer wieder herangezogen und ergänzen die Ausführungen zur Technik. Diese steht keineswegs im Zentrum des Buchs, weil ein technisch perfektes Bild von einem Gebäude, das aber den Betrachter außen vor lässt, ganz einfach kein gutes Architekturfoto ist. Dennoch geht der Autor sehr anschaulich auf die verschiedenen Perspektiven und interessanten Projektionen ein und erläutert auch detailliert die Arbeit mit Belichtungsreihen, optische Fehler wie Vignettierung und tonnen- wie kissenförmige Verzeichnungen sowie anderes Basiswissen - und, wie erwähnt, HDR. Was den Standpunkt der Kamera relativ zum Gebäude angeht, hätte man sich bei einigen der im Übrigen großartigen, zahlreichen und gut ausgewählten Aufnahmen im Buch Skizzen gewünscht, die diesen verdeutlichen.
Ob die Gewichtung und jeweilige Tiefe der Themen den eigenen Bedürfnissen entgegenkommt, muss der Leser für sich selbst entscheiden. Das Buch lehrt ihn vor allem, wie er beim Fotografieren von Gebäuden und, in geringerem Umfang, von Interieurs seinen eigenen Stil finden kann und dabei dem abgebildeten Haus gewissermaßen eine Persönlichkeit gibt, es als Monument präsentiert oder als einladende, Nähe anbietende Wohnung.
Ein sehr interessantes und lehrreiches Werk zur Architekturfotografie - aber, wie gesagt, nicht für Anfänger.
5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Super gut, aber nicht perfekt, auf jeden Fall kaufen, lesen, lesen, lesen
Von VB
Tenor des Buches: Technik, Kompositionsregeln usw. sind als Grundlage wichtig, viel wichtiger ist jedoch die Auseinandersetzung mit dem Gebäude, die Wahrnehmung dessen usw. Und Recht hat der Autor. Super Lektüre (fast philosophisch, manchmal nicht ganz leicht zu lesen) dazu gut ausgewählte Fotos. Es regt auf jeden Fall das eigene Denken und Empfinden an.
Knapp 1/4 des Buches behandelt die Technik und hat in meiner Bewertung den Abzug von 1 Stern bewirkt. Ich finde diese beiden Kapiteln teilweise zu schwammig beschrieben, manchmal für Laien nicht detailiert genug (Kameraverstellungen usw.). Möglicherweise ist es Absicht des Autors, da ja Technik nicht so wichtig ist, oder er will den Lesen dazu führen, daß er sich anschliessend auch mit anderen Werken zur Materie befasst. Habe vor allem aber einige Fehler und Ungenauigkeiten entdeckt, hätten zumindest beim Korrekturlesen auffallen sollen. Der Autor hat garantiert das entsprechende Know-How, wurde bloß irgendwie falsch, nicht tief genug oder mißverständlich beschrieben.
Beispiel: auf Seite 188/189 ist eine Tabelle mit Zusammenhängen zwischen Bit-Tiefe und Anzahl darstellbaren Farben abgedruckt. Dabei werden 16 Bit als z.Z. größte RAW- und TIFF-Farbtiefe genannt. Richtig wäre es als Grundfarbtiefe zu nennen (pro R, G bzw. B Kanal), so wie einige Zeilen weiter oben bei der JPEG angegeben. Weiter unten gibt es dann einen Eintrag für 24 Bit als Gesamtfarbtiefe für JPGs, der 48 Bit Eintrag für die Gesamtfarbtiefe der (16 bittigen) TIFF Datei fehlt aber. Dadurch entsteht leicht der Eindruck dass eine TIFF Datei eine geringere Gesamtfarbtiefe als eine JPG hat ...
Beispiel: auf Seite 191 ist die Beziehung zwischen 2 hoch 8 gleich 256 verschieden Helligkeitsstufen im Bild unglücklich formuliert und zwar so daß angeblich jeder der 256 Helligkeitsstufen doppelt so hell wie die vorherige ist. Was natürlich nicht stimmt.
Beispiel: auf Seite 170 scheinen die Bildunterschriften fürs Verdeutlichen des tonnen- bzw. kissenförmigen Verzeichnungen vertauscht worden zu sein. Ist eigentlich auch ziemlich egal, da die Fotos so klein wiedergeben werden, daß man die Verzeichnungen eh kaum erkennen kann.
Beispiel: es wird aufs Kamerahistogramm eingegangen, aber zu oberflächlich. Diese wird als wichtig und nützlich für die Kontrolle/Steuerung der Belichtung genannt. Jedoch fehlt da der Hinweis, daß wenn man RAW fotografiert (was der Autor auch empfiehlt) das Histogramm bei den meisten Kameras nicht sehr aussagekräftig ist, da diese auf die JPG basiert die die Kamera anstelle der RAW genrieren würde (bzw. in die RAW einbettet).
Leztendlich sind es alles Kleinigkeiten, das Buch ist sehr empfehlenswert wenn man sie für die KUNST der Architekturfotografie interessiert.



