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Illegales Filesharing: Der Reiz am heimlichen Datentausch

Illegales Filesharing: Der Reiz am heimlichen Datentausch
Von Raphael Dörr

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(3 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #1144425 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2008-05
  • Einband: Broschiert
  • 185 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Eine Pflichtlektüre für gewissenhafte Eltern und am Thema Interessierte! Toll!
Von P. Osterholzer
Ich kann mich der positiven Rezension von Frau Sellin nur anschließen. Ich komme zwar nicht aus dem aktuellen akademischen Umfeld, sondern von der Seite eines interessierten Lesers aus dem Privatbereich, möchte mich aber dem Lob voll und ganz anschließen.

Ich halte das Buch für sehr gut geschrieben und logisch stringent umgesetzt. Ich kannte mich mit dem Thema Filesharing noch nicht so aus, mache mir aber Sorgen, dass meine Kinder eventuell eines Tages einen Fehler machen könnten. Deshalb wollte ich mich informieren und habe mir dieses Buch gekauft.

Ich wusste zu Anfang gar nicht was ich bekommen würde, habe dann einfach unverbindlich angefangen zu lesen und mich auf eine sehr schwere Lektüre eingestellt. Nach kurzer Zeit wurde ich eines Besseren belehrt. Herr Dörr bricht das Thema auch für den Laien sehr umsichtig herunter. Der Autor führt behutsam in das Thema ein, erklärt Hintergründe und
Geschichte von Internet und ersten Software-Programmen.

Besonders beeindruckt war auch ich von der Tiefe der theoretischen Überlegungen. Nicht nur, dass der Autor, wie ich meine erschöpfend alle nur erdenklichen Perspektiven aufzeigt. Vor allem, dass er Filesharing mit einer Sucht kombiniert, also, dass auch ein Programm süchtig machen kann, wäre mir nie in den Sinn gekommen. Ich fand das sehr interessant und es hat mich zum Nachdenken angeregt. Was würde denn so etwas für die Strafverfolgung bedeuten? Kann man einen Süchtigen dann auch so bestrafen, wie einen normalen Täter? Einiges in dem Buch habe ich freilich nicht ganz verstanden. So erschienen mir vor allem die empirischen Analysen und Statistiken sehr komplex. Ich konnte aber dennoch dem Gesamtbild folgen, da der Autor immer wieder zusammenfassende Abschnitte einfügt, so dass auch ein
Nicht-Wissenschaftler alles verstehen kann.

Toll zu lesen und wie ich meine, wichtig für alle Eltern, die auf ihre Kinder achtgeben wollen, sie aber auch verstehen wollen. Ganz groß!

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Ein geniales Kompendium zum Thema - informativ, erschöpfend, aktuell!
Von M. Sellin
„Illegales Filesharing – Der Reiz am heimlichen Datentausch“ hat mich ehrlich begeistert. Ich mache mir nicht oft die Mühe eine Rezension zu einem Buch oder einer DVD zu schreiben. Dieses Buch aber hat mich wirklich überrascht.
Ich studiere Soziologie im 7. Semester. Schwerpunktmäßig vertiefe ich mich im Bereich der Wirtschaftssoziologie bzw. Rational Choice. Unser Professor legt großen Wert auf aktuelle Themen. Meine letzte Seminararbeit zum Beispiel hat eBay behandelt. In diesem Semester habe ich Seminar belegt in dem es vor allem um „soziale Software“ ging. Also interaktive Software über die sich zwei oder mehr Individuen miteinander austauschen. Unter anderem wurde hier auch Filesharing-Software angesprochen.

Im Hinblick auf die Seminararbeit habe ich neulich nach passender Literatur gesucht. Zu dem Thema gibt es leider noch nicht viel. Unter anderem habe ich mir das Buch von Herrn Dörr bestellt. Was soll ich anderes sagen: VOLLTREFFER!

Das Buch behandelt das komplette Thema Filesharing von allen Seiten her. Die gesamte Geschichte, Trends, einen Überblick über die gesamte Theorielandschaft, eine eigene empirische Erhebung, einen spannenden und kritischen Ausblick, ja sogar der Fragebogen ist am Ende mit dabei (immer wichtig für Wissenschaftler um zu sehen wie andere die Befragung aufgebaut haben).

Der Theorieteil ist fantastisch. Ausgehend von der Literaturliste im Buch konnte ich endlich andere Literatur finden, die das Thema beleuchtet – wie zu erwarten natürlich nur in Englisch. Wirklich gebraucht habe ich sie aber nicht, da alles in diesem Buch steht. Ökonomische, psychologische und soziologische Theorien rund um Filesharing sind komplett vertreten. Was mich besonders begeistert hat, war die Tatsache, dass nicht nur statische Modelle, wie die Sampling-Theorie oder Netzwerkmodelle benutzt wurden, sondern, dass der Autor auch dynamische Modelle mit in seine Betrachtung aufnimmt, wie zum Beispiel den Suchtaspekt.

Genauso toll, wie die Theorie fand ich die Empirie. Mir heute noch ein Graus im Studium, aber eben wichtig. Die Erhebung des Autors muss unglaublich lange gedauert haben. Es ist ein wirklich großes Panel mit in die Untersuchung eingeflossen, über 20 Hypothesen wurden formuliert und das ganze gipfelt in Multivariaten Regressionsanalysen – das ist schon harter Tobak.

Ich kann JEDEM, der sich etwas für das Thema interessiert nur empfehlen das Buch zu kaufen. Für jede Seminar oder Diplomarbeit eine fantastische Grundlage. Ich weiß das klingt hier wirklich wie Werbung, aber es gibt halt wirklich nicht oft so gute Kompendien wie dieses. Das Buch erspart jemandem, der sich sonst alles mühsam zurechtsuchen müsste Wochen an Recherchearbeit. Einfach toll!

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Virtuellen Tauschplattformen - tief schürfender Einblick
Von Karl H. Stingeder
Als Resultat der ab 1999 erfolgten massiven Ausbreitung von "Napster" fasste Filesharing endgültig Fuß im Bewusstsein der breiteren Öffentlichkeit. Nahezu eine Dekade nach dem Durchbruch des berüchtigten Tauschbörse-Prototypen wagt sich Raphael Dörr mit seiner Studie an die Analyse der hochrelevanten Thematik.

Zunächst ein Auszug aus dem im Buch behandelten Fragestellungen: Wird illegales Filesharing mit Kalkül betrieben? Wer trägt die gesellschaftliche Verantwortung für diese Entwicklung? Wie ist der aktuelle Status der Jurisdiktion hinsichtlich der Illegalität von Filesharing? Warum gehen die Anwender das Risiko von Verfolgung, Geldstrafe und sogar Haftstrafen ein?


Sachlich und ohne Berührungsängste erfolgt eine fundierte Annäherung an die komplexe Thematik hinsichtlich der sozialen und wirtschaftlichen Relevanz von "illegalem Filesharing" ausgehend vom durchschlagenden Erfolg der Tauschbörse "Napster" Ende der 1990er Jahre. Positiv hervorzuheben ist dabei insbesondere die nüchterne und logisch schlüssige Herangehensweise von Raphael Dörr; dabei werden weder wirtschaftliche Implikationen noch die rechtliche Problematik des Filesharing oder ein mögliches Suchtpotential von virtuellen Tauschplattformen unter den Teppich gekehrt. Ganz im Gegenteil: Beispielsweise bildet die durch exzessiven Rückgriff auf Internet-Tauschbörsen inhärente Suchtgefahr von Bittorrent, Rapidshare & Co. sogar einen integralen Bestandteil der Untersuchungen des Autors.


Obwohl die Studie als akademische Abschlussarbeit angelegt ist und daher von wissenschaftlicher Zitation (Quellenangaben im Text sowie Anmerkungen als Fußnoten) durchpflügt ist, präsentiert sich der Gutteil der Analyseschritte und Interpretationen auch für Leser abseits der "Scientific Community" angenehm verständlich. Lediglich einige wenige Abschnitte, beispielsweise die erklärenden Statistikmethoden als Einleitung des Kapitels zu den ökonomischen Theorieansätzen, dürften für Laien etwas schwerer zu verdauen sein. Dies liegt aber nicht an einem Unvermögen des Autors, sondern ist vielmehr in der allgemein etwas komplexeren Materie von Statistik zu begründen. Jedenfalls trägt die im Buch an den Tag gelegte Gründlichkeit bei der Vernetzung und Vertiefung der verwendeten Theorien maßgeblich zum runden Bild der Studie bei: Abgesehen von der Stringenz des verknüpften theoretischen Basiswerks beinhaltet das Buch auch einen exzellenten Überblick über den aktuellen Forschungsstand.


Darüber hinaus bietet "Illegales Filesharing: Der Reiz am heimlichen Datentausch" einen spannenden Ausblick über mögliche gesellschaftliche Konsequenzen des Filesharing sowie Gefahren die auch aus pädagogischer Perspektive von großer Bedeutung sein können: "Gerade im Interessenbereich von Jugendlichen, wo nicht selten Sexualität und Gewalt Themen sind, die besonders begeistern, muss klar gestellt werden, dass im Fall der Tauschbörsen Perversionen transportiert und verbreitet werden." Die Einbindung des verwendeten Fragebogens sowie die Darlegung der verschiedenen Auswertungsmethoden, bieten darüber hinaus einen guten Einblick in die Anforderungen der wissenschaftlichen Empirie.


"Illegales Filesharing" richtet sich trotz Schilderung der wissenschaftlichen Methodik und des etwas schwer im Magen liegenden Statistikteils nicht exklusiv an Sozialwissenschaftler. Die Studie spricht sowohl Medienkonsumenten, die ihren Horizont erweitern möchten, als auch Laien (ohne Erfahrung aus erster Hand mit Tauschbörsen) an. Jedenfalls eröffnet die Studie einen differenzierten und tief schürfenden Rundumblick in den Kosmos der virtuellen Tauschplattformen.

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