Plagiate in Hausarbeiten: Erklärungsmodelle mit Hilfe der Rational Choice Theorie
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Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #1327843 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2007-10
- Einband: Broschiert
- 298 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
Kurzbeschreibung
Die Studie wurde ausgezeichnet mit dem Preis für herausragende Abschlussarbeiten der Deutschen Gesellschaft für Soziologie.
"Im deutschsprachigen Raum gibt es derzeit keine vergleichbare Untersuchung" - Prof. Dr. Kurt Mühler (Professor für Soziologie an der Universität Leipzig)
"Wer sich umfassend über studentische Plagiate, die Anwendung der Rational-Choice-Theorie auf die Erklärung von Plagiaten, neue empirische Befunde und Maßnahmen zur Prävention von Plagiaten interessiert, dem sei die umfassende und sachkundige Studie von Sebastian Sattler empfohlen." - Prof. Dr. Andreas Diekmann (Professor für Soziologie an der ETH Zürich)
Plagiate in Hausarbeiten stellen ein großes Problem dar. Sie verletzen einerseits die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis und können andererseits das Ansehen der Universitäten und die Reputation ihrer Mitarbeiter und Absolventen belasten. Einzelfälle lösen immer wieder ein breites mediales Echo und kollektive Entrüstung aus. Diese Einzelfälle führen häufig zum Generalverdacht aller Studierenden (Stichwort: "Copy-And-Paste-Generation"). Fundierte Daten, die diesen Schluss nahe legen, findet man in Deutschland kaum.
Nach einer einführenden Diskussion des Problems "Plagiate" und seiner besonderen Relevanz beantwortet der Autor die drei zentralen Fragen der Plagiatforschung:
1. Wie verbreitet sind Plagiate? 2. Warum entscheiden sich Studierende für oder gegen ein Plagiat? 3. Welche Maßnahmen helfen gegen Plagiate?
Das Buch verquickt auf besondere Weise Theorie und Methode. Da die Frage nach Plagiaten besonders heikel ist, kommen spezielle methodische Techniken (z. B. Randomized-Response Technique) zum Einsatz, um die Plagiatbereitschaft bei der Befragung von Studierenden möglichst genau zu erfassen. Im theoretischen Teil werden mit Hilfe der Rational Choice Theorie, ökonomischer Theorien der Kriminalität und der Theorie geplanten Handelns von Ajzen verschiedene Einflüsse des sozialen Umfeldes (z. B. Normen im sozialen Netzwerk) sowie Merkmale und Eigenschaften der Studierenden (z. B. Risikoneigung) modelliert. Zudem wird diskutiert, wie sich die Rational Choice Theorie messen und überprüfen lässt. Direkte Modelltests werden indirekten Test gegenübergestellt. Zu welchen Ergebnissen kommt das Buch? Einige Auszüge: Neun von zehn Befragten sind bereit, geistiges Eigentum ohne entsprechende Kennzeichnung in ihre Hausarbeiten zu übernehmen. Jeder Zehnte kann sich vorstellen, mehr als ein Viertel seiner Arbeit zu übernehmen. Plagiatoren werden selten erwischt. Sie sind in besonderem Maße bereit, in Zukunft wieder ein Plagiat anzufertigen. Kosten-Nutzen-Einschätzungen spielen eine wichtige Rolle. Neben der quantitativen Hauptuntersuchung werden auch Ergebnisse einer Dozentenbefragung, von leitfadenstrukturierten Interviews mit Studierenden und von Plagiattests mittels Plagiatsoftware präsentiert. Der bisherige Stand der theoretischen und praktischen Debatten wird auch mittels des breiten Überblicks über die deutsche und internationale Literatur wiedergegeben. Welche Konsequenzen sich aus der Studie ergeben, wird abschließend diskutiert. Hier liefert der Autor mehrere Vorschläge. Dabei werden auch der Einsatz von Plagiatsoftware und die sich daraus ergebenden Probleme erörtert.
Das Werk berührt verschiedene Fragen der Kriminalitäts-, Bildungs- und Wissenschaftsforschung, aber auch spezifische Fragen, die mit der Anwendung der Rational Choice Theorie verbunden sind. Das Buch richtet sich besonders an Studierende, Hochschullehrer, Lehrer, Ombudsmänner bzw. Integritätsbeauftragte, Mitarbeiter von Bildungs- und Forschungsinstitutionen sowie Journalisten.

