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Die Architektur der Gesellschaft: Theorien für die Architektursoziologie

Die Architektur der Gesellschaft: Theorien für die Architektursoziologie
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Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #295832 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-05
  • Einband: Broschiert
  • 420 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Ein geglücktes Theoriebuch zum gebauten Raum
Von Thomas Lampalzer
In der Einleitung zu diesem Buch wird eine theoriereflektierte Untersuchung des Zusammenhanges zwischen Architektur und Gesellschaft in Aussicht gestellt. Dieses Versprechen wird eingelöst. Entlang der leitenden Frage nach dem Doppelaspekt von Architektur - einerseits repräsentiert sie, andererseits konstituiert sie Soziales - werden thematische Schwerpunkte in jeweils abgeschlossenen Beiträgen exemplarisch verhandelt. Die Autoren kommen aus unterschiedlichen Disziplinen: aus der Soziologie, der Philosophie, der Kunstgeschichte, den Literaturwissenschaften, der Architektur und den Raumwissenschaften. Unter anderem diese interdisziplinäre Herangehensweise trägt zum Reiz des Buches bei. Das Theoriespektrum der systematisch geblockten Texte ist nicht auf Klassiker" der Kulturwissenschaften verengt. Vielmehr werden auch jüngere, genuin architektur- wie raumsoziologische Ansätze in die Diskussion eingeführt. Methodisches bleibt nicht unerwähnt, wird aber nicht vertieft, was mit dem Anliegen dieses Buches konform geht. Besonders die beiden letzten Beiträge schärfen die Konturen der Architektursoziologie im Sinne einer expliziten Disziplin nach: Auf einen übersichtlichen Abriss ihrer Genesis folgt eine zusammenfassende Erörterung ihrer Aktualität wie ihrer Potenz. Es wurde eine Schrift vorgelegt, die einen Überblick auf das gegenwärtige Niveau soziologischer Erkenntnis um ein Medium gewährt in dem wir uns täglich bewegen. Eine geglückte Publikation, die auch den Status eines Einführungswerkes in die Soziologie des gebauten Raumes für sich beanspruchen kann.

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Architekturgeschichte trifft Theoretisches aus der Soziologie
Von RMS
Von diesem Buch bin ich als Soziologe nicht unbedingt angetan.

Die Covergestaltung mag ja noch sophisticated wirken - was dahinter steckt ist altbekannte soziologische Theorie (Parsons, Durkheim, Bourdieu, Simmel, Kracauer etc.). Aus diesen Theorieansätzen picken sich die Autoren sodann jene Fragmente heraus, die sich am ehesten als Stellungnahme zum Thema Architektur und Architekturgeschichte bzw. Bauen und Wohnen anbieten - etwas unspektakulär.

Das Buch vermittelt dem Leser kein "architektursoziologisches" bzw. methodisches Handwerkzeug oder real verwertbare Konzepte oder Praxistipps - das soll es aber auch nicht, wie der Untertitel ("Theorien für die Architektursoziologie") deutlich macht. in merkwürdiger Manier will es dazu verhelfen, "...sich im Dschungel der soziologischen Paradigmen zurechtzufinden".

A-ha - Erlebnisse bleiben bei "Die Architektur der Gesellschaft" mit ziemlicher Sicherheit aus. Eher handelt es sich um gehobenes Allgemeinwissen und ein paar nette Anekdoten zu realisierten Bauprojekten.

Wenn die Autoren in diesem Werk den "Durchbruch" einer "neuen Architektursoziologie" sehen, so muss man sich fast ein bisschen schämen für sie.

Für mich stellt das Buch eine bachelor-geeignete Einführung in die Sozial- und Kulturgeschichte ausgewählter architekturbezogener Phänomene und deren Verknüpfung mit inhaltlich dazupassenden Textzitaten klassischer Soziologen dar.

RS

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Ein interessantes und wegweisendes Werk
Von DG
Das Anliegen des Bandes ist klar: die Architektursoziologie zu etablieren, die - so die Minimaldefinition - sich für "konkrete architektonische Phänomene in Hinsicht auf die Gesellschaft", ergo "für die gebaute Gestalt der Gesellschaft" (S. 12) interessiert. Das Ziel ist aber offensichtlich noch anspruchsvoller: die Architektursoziologie so zu etablieren, das sie nicht nur als Bindestrich-Soziologie (an der Peripherie) auftaucht, sondern ins Zentrum der soziologischen Theorie und Diagnose gelangen soll. Dazu werden verschiedene, unterschiedlichste soziologische Theorien auf ihr Potential hin befragt, die "Architektur der Gesellschaft" zu beobachten. Der "multiparadigmatische Zustand" des Faches ist hier also kein Manko (wie in der Soziologie z. T. oft angenommen wird), sondern ein Spannungsfeld konkurrierender und möglicherweise sich gegenseitig bereichernder Perspektivisierungen.
Der Witz des Bandes ist offensichtlich, dass die unterschiedlichsten soziologischen Theorien (also z.B. Figurationssoziologie, Systemtheorie, Diskursanalyse, Cultural sowie Gender studies, Philosophische Anthropologie, Ansätze von Giddens und Bourdieu etc.) von den beiden Herausgebern aufgefordert bzw. ein bisschen genötigt werden, aus den jeweiligen Theorie-Prämissen je ihre eigene architektursoziologische Perspektive zu entwickeln (auf die sie so klar bisher von sich aus nicht gekommen sind) und das dann auch noch an einem Beispiel entsprechend zu erläutern. Gerade wegen der verschiedenen Architektur-Beispielanalysen (Dekonstruktivismus, Palast der Republik, Wiener Karlsplatz, Dresdner Wohnarchitektur, Basilique du Sacré Coeur, Fußballstadien, JVA, Suburbs, etc.) wird man verführt, sich nicht nur seine 'Lieblingstheorien' anzusehen, sondern auch in die anderen Theorieangebote einzusteigen - wie immer man diese dann beurteilt. Man muss schon ganz schön wendig sein, um durch die verschiedenen Theorieperpektiven durchzusteigen - aber am Ende hat man durch den Synergieeffekt von "Architektur" und "Gesellschaft" nicht nur diese beiden Pole besser verstanden, sondern auch manchen Theorieansatz!
Der Band enthält noch zwei ganz hilfreiche Beiträge außer Konkurrenz: zur Fachgeschichte der "Architektursoziologie" und zur "Doppelpotenz" dieser Disziplin: "Was bringt die Soziologie der Architektur - was bringt die Architektur der Soziologie?" Ein interessantes und hinsichtlich der noch neuen Architektursoziologie sicher wegweisendes Werk, mit vielen aufschlussreichen, theoretisch motivierten Analysen zur "Architektur der Gesellschaft". Eine Anschaffung lohnt m.E., allerdings muss man wissen, dass der Band zuerst für SoziologInnen und SoziologiestudentInnen geschrieben ist - für ArchitektInnen könnten die jeweiligen Theoriesprachen eine Hürde sein, die zu überspringen sich aber lohnen dürfte.

DG

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