Herzfleischentartung
|
| Preis: | EUR 9,95 Kostenlose Lieferung Details |
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden
Versand und Verkauf durch Amazon.de
73 neu oder gebraucht verfügbar EUR 4,39
Durchschnittliche Kundenbewertung:(8 Kundenrezensionen)
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #72375 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2009-03-12
- Einband: Broschiert
- 196 Seiten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Nie wieder vergessen oder verleugnen.
Von Ein Kunde
Auf den „Roman" ,eigentlich die Erzählung, „Herzfleischentartung" von Ludwig Laher bin ich(Schülerin,14) zufällig in der „Bibliothek" meiner Eltern gestoßen. Es geht um ein sogenanntes „Arbeitserziehungslager" ,1940 von der SA im Innviertler Dorf St.Pantaleon errichtet und 1941 wieder geschlossen. Danach wurde das Lager als „Zigeuneranhaltelager" verwendet. Hunderte willkürlich Inhaftierte wurden dort grausamst gequält und sogar umgebracht. Der Autor will mit diesem Buch erreichen, dass es künftig nicht heißt „angeblich" oder „es wird behauptet, dass..." . Mich hat dieses Buch zutiefst erschüttert, weil ich weiß, dass dies nicht nur eine Geschichte ist, sondern tatsächlich in der unmittelbaren Umgebung meiner Heimatstadt Braunau passiert ist. Dieses Buch sollte meiner Meinung nach in den Geschichteunterricht als Literaturbeitrag mit einbezogen werden, um die Schüler sensibel dafür zu machen, dass man mit allen Mitteln verhindern muss, dass solche Grausamkeiten jemals wieder passieren können.
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Herzfleischentartung berührt und macht betroffen zugleich
Von Ricarda Ohligschlaeger "Herzgedanke"
1940 öffnete in der Nähe von St. Pantaleon (Österreich) ein Erziehungslager ganz besonderer Art. Die Insassen durch zufällige Willkür inhaftiert werden durch Prügel erzogen. 1941 schließt das Lager und wird von nun an Behausung für viele hundert Sinti und Roma.
Selten habe ich einen derart aufwühlenden Bericht gelesen. Das Buch hat mich zutiefst berührt, wütend und traurig gemacht. Die Ironie des Ludwig Laher ist die Ironie der Täter. Sarkastisch, brutal und gleichzeitig feige beschreibt er die 'Behandlungen' der Insassen. Da wird zur Begrüßung oder aus Langeweile sadistisch gequält, geprügelt und gemordet. Für manche kam der Tod dankbar schnell ' für viele andere an anderen Orten'denn die hunderte Sinti und Roma warteten lediglich auf ihren 'Weitertransport'!
Die Zitate aus Originaldokumenten lockern zwischendurch auf und lassen nicht verleugnen, was wirklich geschah, auch wenn die Täter 'vergessen' haben und so verwischen wollen.
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der Mensch ist des Menschen Wolf
Von chris
Die grauenhaften Zustände des fast vergessenen NS-Arbeitslagers in Weyer bei St. Pantaleon (Oberösterreich, Grenze zu Salzburg) schildert der zugezogene St. Pantaleoner Ludwig Laher in seinem Buch. Mit Zitaten aus Originaldokumenten wird die Grausamkeit und Menschenverachtung pointiert und mit viel Ironie dem Leser vor Augen gemalt.
Wie „ethisches“ Handeln im Zeitgeist aussieht, wenn Personen nicht mit Bestrafung rechnen müssen, wie verlogen „ehrliche Zeugenaussagen“ von Menschen sein können, wird von Laher
Vielleich noch schlimmer und erschreckender, wie schnell die Täter in Weyer sich wieder in das normale Nachkriegsleben eingegliedert haben (bzw. eingegliedert wurden) als ob nicht viel passiert wäre.
Ein Zeuge der Weyer und Mauthausen überlebte: „... dass es im KZ Mauthausen nicht so schlimm gewesen sei, wie in jenem Lager in Weyer.“
Treffendes Zitat von Thomas Hobbes: „Der Mensch ist des Menschen Wolf“.



