Geschichte am Computer 1. Multimedia im Geschichtsunterricht
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Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #307806 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2002
- Einband: Taschenbuch
- 126 Seiten
Kundenrezensionen
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Keine Zeit für Lernsoftware?
Von Ein Kunde
Unter dieser Fragestellung wird man aus der Perspektive des Geschichtslehrers diesen Band auch sehen müssen. Insoweit ist der Kritik der vorhergehenden Rezession zuzustimmen. Doch neben diesen rein praktischen Problemen ist dieser Band überfällig gewesen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Lernprogramme und Software, die sich mit Geschichte und historischem Lernen beschäftigen nun bereits seit einigen Jahren in immer größerer Anzahl auf den Markt kommen und hierbei den Lehrbuchbestand begleiten und/oder erweitern. Man könnte natürlich nun danach fragen, warum diese Software in Schulen wenig Verwendung findet. Meine Antwort auf diese Frage ist schlicht: Es fehlt die Zeit. Übervolle Lehrpläne, Lehrwerke und fachfremder Unterricht schränken die Verwendung multimedialer Programme weitgehend ein.
Hier liegt sicherlich ein Desiderat zur Themenstellung dieses Bandes. Es bleibt zu hoffen, dass der Autor oder ein anderer den Blick auf die Praxis der (Nicht-)Verwendung einschlägiger Lernsoftware lenkt. Dieser Band ist sicherlich an den geschichtsdidaktisch-theoretischen Grundlagen der Verwendung von historischer Lernsoftware interessiert. Wie kann man nun die tiefe Skepsis überwinden, die langjährige Lehrer, PC-Kritiker, Mulitmedia-Muffel und Software-Verweigerer haben? Ich bin mir nicht sicher, ob dieser Band Antworten auf eine diese Fragen zu geben vermag. Vielmehr leistet Oswalts Band aber etwas anderes: Er will den Geschichtsunterricht für diese Programme öffnen. Dabei verschweigt er die geschichtsdidaktische Diskussion nicht. Auch finden wir historische Lernsoftware, die sich von pseudo-historischen oder historisierenden Strategiespielen absetzt und den Blick auf didaktisch geeignete Lernsoftware- bzw. -spiele richtet. Wer mehr erwartet, wie z.B. eine kritische Auseinandersetzung gegenwärtiger Lernspiele etc., dem sei der zweite Band empfohlen. Wer sich also für Geschchtslernsoftware und -spiele sowie deren Bedeutung und Funktion im Geschichtsunterricht/historischen Lernen interessiert, der kommt an diesem Band nicht vorbei. Auch aus dem Mangel an geegneter weiterer geschichtsdidaktischer Literatur zu diesem Thema.
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Geschichtsunterricht am PC - Illusion oder Zeitvertreib?
Von Ein Kunde
Aus dem Wochenschau Verlag liegt mit diesem Buch von Vadim Oswalt ein Band vor, welches den Anspruch erhebt, "Computerspiele" in das "didaktische Rüstzeug" von Geschichtslehrern und Geschichtlehrerinnen zu erheben. Oswalt beginnt seine Theorie mit der Darstellung der Grundlagen multimedialer Programme, einen Einblick in die geschichtsdidaktische Diskussion und schließt seine Position mit Beispielen für die Praxis des Geschichtsunterrichts ab. Diese Vorgehensweise ist fragwürdig. Die Grundlagen multimedialer Programme sind bereits in der einschlägigen Fachliteratur ausführlich dargestellt worden und für interessierte Lehrerinnen und Lehrer dort nachzulesen. Für Geschichtslehrer und -lehrerinnen, die tagtäglich in der Praxis stehen, sind diese Ausführungen irrelevant. Wichtiger wäre eine Darlegung von praktischen Erfahrungen in den unterschiedlichen Bundesländern. Doch eine solche empirische Erhebung finden wir in diesem Band nicht. Stattdessen mutet uns der Autor mit der Vorstellung von Software viel zu, die 1. nicht aktuell und 2. teilweise einen nicht gesicherten Lern- und Bildungswert haben. Man fragt sich ernsthaft, wo Oswalt die Fantasie hernimmt und glaubt, dass mit PC-Spielen und Lernsoftware den Geschichtsunterricht und das historische Lernen bereichert. Zwar schränkt der Autor ein, dass nur Software besprochen wird, bei der "didaktische Intention" zu erkennen ist. Dies darf uns aber nicht zufriedenstellen. Man könnte meinen, es handelt sich hier vielmehr um eine wissenschaftliche Bedienungsanleitung für faule Geschichtslehrer. Setzen wir unsere Schülerinnen und Schüler einfach an den PC, dann gehen die wenigen Stunden schon von alleine vorbei. Unsere Schulen klagen über zu wenige Lehrer und Lehrerinnen sowie mangelnde Lehrwerke und viel wenig Geschichtsunterricht. Es fehlt also an anderen Stellen. PC-Spiele und historische oder fiktiv-historisierende Software ist nichts für den Kernunterricht an den Schulen. Eine Ergänzung zum Unterricht kann Lernsoftware (u.a. "Gegen das Vergessen") sein. Aber dieser Band ist vollkommen an der Realität an unseren Schulen vorbei geschrieben. Schade.


