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Das war ich nicht

Das war ich nicht
Von Kristof Magnusson

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(58 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #88850 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2010-01-11
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 288 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Drei im falschen Film...
Von zeilensprung
Für die Dauer eines Romans wird die Welt aus den Angeln gehoben:
Da sind die literarische Übersetzerin Meike Urbanski,
der deutsche Banker Jasper Lüdemann
und der hochgefeierte Schriftsteller Henry LaMarck.

Meike hat gerade ihren Freund in Hamburg verlassen. Die beiden waren kurz davor, sich eine Salzmühle mit Peugeot-Mahlwerk zuzulegen und Kinder zu bekommen. Kurz vorher zieht sie die Notbremse und kauft sich ein altes Haus am Deich in einem kleinen Dorf. Sie hofft, bald den neuen Roman des großen zeitgenössischen Schriftstellers Henry LaMarck übersetzen und dann auch das notwendige Geld für die Hypotheken aufbringen zu können.
Doch Henry LaMarck leidet an einer Schreibblockade. Alle warten auf seinen neuen großen Roman, doch er hat noch keine einzige Zeile geschrieben. Und dann flieht er von der Feier zu seinem sechzigsten Geburtstag im Verlag und versteckt sich fortan in einem Luxushotel in seiner Heimatstadt Chicago. Im Grunde muss er sich eingestehen, dass er auf dem Weg von den Buchhandlungen in die Literaturgeschichte ist.
Nach Chicago hat es auch Jasper Lüdemann geschafft. Vom Backoffice in den Händlersaal der Investmentbank "Rutherford & Gold", mit einem 16-Stunden Arbeitstag und einem unglaublichen Verbrauch von Snickers hofft er schon bald ins ganz große Trading-Geschäft einsteigen zu können.
Als Meike erfährt, das Henry LaMarck von der Bildfläche verschwunden ist, kratzt sie ihr letztes Geld zusammen und reist nach Chicago. Dort lernt sie nicht nur Henry LaMarck kennen, sondern auch Jasper, der auffälliges Interesse an ihr zeigt. Alsbald sind alle drei Protagonisten tief miteinander verstrickt und rasen gemeinsam auf eine ganze Reihe von Katastrophen zu...

"Das war ich nicht" ist ein origineller Schelmenroman, in dem Magnusson sich zwar über die Geschicke seiner Protagonisten lustig macht, sie aber dennoch nicht der Lächerlichkeit preisgibt. Vor dem Hintergrund turbulenter Finanzmärkte und einem eitlen Literaturbetrieb lässt er seine bis in kleinste Details stimmige Figuren trudeln und stolpern, bis sie sich am Ende wieder fangen. Rasant und witzig, zugleich mit sprachlicher Raffinesse erzählt Magnusson von drei sehr unterschiedlichen Menschen in sich überschlagenden Ereignissen, von drei Menschen im falschen Film.

Den Namen des begabten und lustvollen Erzählers Kristof Magnusson sollte man sich unbedingt merken.

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Das war ich nicht
Von Heike M.
Meike ist Übersetzerin. Sie verlässt ihren Partner, ihr Leben ist ihr zu weichgespült, sie nimmt den Notausgang. In Nordfriesland kauft sie sich ein ziemlich heruntergekommenes Häuschen direkt hinter dem Deich. Dort will sie auf den neuen Roman von Henry LaMarck warten, den sie übersetzen soll. Als ihre Finanzen zur Neige gehen, reist sie kurz entschlossen von ihrem letzten Geld nach Chicago, um das Manuskript persönlich abzuholen

Anlässlich des 60. Geburtstags von Henry LaMarck hat sein Verlag in Chicago eine Überraschungsparty ausgerichtet. Von allen Seiten wird er auf den erwarteten Roman angesprochen, der den 11. September zum Thema haben soll. Schon wird er mit dem Pulitzerpreis in Verbindung gebracht, den er bereits einmal erhielt. Aber er hat noch nicht einmal damit begonnen, er wird wohl auch nie damit beginnen. Deshalb verlässt er die Party durch die Hintertür und taucht ab.

Jasper Lüdemann, ein junger Banker, der es von Bochum bis nach Chicago geschafft hat, wurde nach Jahren im Back-Office-Bereich einer großen Investmentbank in den Tradersaal befördert. Nun will er zeigen, was er kann. Hilfsbereit übernimmt er einen kleinen Verlust, den ein Kollege bei einem Geschäft erwirtschaftet hat und will ihn ausgleichen. Damit bringt er einen Stein ins Rollen, der als Lawine endet.

In Chicago trifft Meike Jasper, Jasper trifft Henry und auch Meike und Henry treffen sich und im Folgenden werden die Abhängigkeiten geschildert, die die Drei miteinander verbinden.

Auf diesen Roman wurde ich durch einen Wirtschaftstalk im TV aufmerksam, ein recht ungewöhnlicher Ort für Literaturtipps. Aber ich wurde nicht enttäuscht. Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der die Börse mit ihren Finanztransaktionen und -manipulationen so allgemeinverständlich erklärt und dabei noch sehr unterhaltsam ist. Die Story ist intelligent konstruiert und spannend geschrieben. Die drei die Handlung bestimmenden Charaktere, die sich in gewissen gegenseitigen Abhängigkeiten befinden, sind recht einfach gehalten. Aber genau das macht den Reiz dieses Romans aus. Sie sind in ihrem Tun berechenbar und so hat der Leser keine Probleme , sich in die Protagonisten hinein zu versetzen. In nicht zu langen Kapiteln erzählen die drei Hauptdarsteller, andere Personen sind wirklich nur Randfiguren, abwechselnd in der Ich-Form ihre Sicht der Ereignisse und lassen den Leser so an ihrem Denken und Handeln teilhaben. Dadurch kommt es mitunter zu Überschneidungen, um die persönliche Sichtweise zu unterstreichen. So beschreibt der Autor auf sehr anschauliche Weise den Mikrokosmos seiner Helden. Dabei sind manche Szenen schon fast Slapsticks, andere lassen den Laien staunen, was an der Börse alles möglich ist. Humor und Ernst haben sich in diesem Roman im rechten Maß gefunden und geben eine wunderbare Paarung ab. Die finanzwirtschaftlichen Schilderungen zeugen davon, dass der Autor intensiv recherchiert hat. Inhaltlich korrekt und trotzdem amüsant zu lesen, haben besonders diese Szenen mich vom Können des Autors überzeugt.

Mein Fazit: "Das war ich nicht" ist eine gelungene Mischung aus Wirtschaftskrimi und Komödie. An keiner Stelle trocken oder langweilig, sondern stets spritzig witzig und gut zu lesen. Voller Sachverstand, erklärt Kristof Magnusson in seinem Roman ganz nebenbei die Hintergründe der Wirtschafts- und Finanzkrise. Dieses Buch empfehle ich gern weiter

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Lies dieses Buch unvoreingenommen und....
Von D.L.
Ich lese mir immer bevor ich ein Buch kaufe bei Amazon die Kundenrezensionen durch.
Und immer wieder bin ich davon überrascht, wie doch die Meinungen auseinadnergehen. Ich versuche nach Beendigung der Lektüre dann immer die Rezensionen erneut zu lesen und mit meiner eigenen Meinung zu vergleichen und prüfe somit, wie die Qualität der Meinungen meiner Mitleser ist.
Hiervon mache ich es abhänging, wie ich in Zukunft die Meinungen anderer beurteile.

Ich habe festgestellt, dass es so gut wie keine Bücher gibt, die nur positive Bewertungen erhalten.
Allerdings finde ich auch, wenn ein Buch viele sehr gute Beurteilungen bekommt und man eine gegensätzliche Meinung hat, sollte man diese fairerweise ausfühlich begründen. Mich stören doch immer wieder die drei Satz Kritiker, die mit ihrem "Statement" nichts wirklich wissenswertes Kund tun.

So auch bei vielen schlechten Rezensionen hier. Es wird zum Beispiel die Sprache kritisiert.
Von meiner Seite kann ich nur sagen, dass die Art wie der Autor schreibt ausgerwöhnlich und vor allem für mich recht unbekannt war. Die Sprache ist absolut klar und deutlich und läßt sämtliche Schnörkel weg. Das mag nicht jedermanns Sache sein, aber ist sehr angenehm zu lesen und dazu sehr orginell.

Die Charaktäre fand ich persönlich recht gut. Sicherlich hätte ein bisschen literarische Tiefe hier und da nicht schlecht gestanden, aber ich vermute mal, dem Autor ging es darum gar nicht. Die Geschichte, die vorkommenden Personen und die Art zu schreiben sind so aufeinander abgestimmt, dass man unweigerlich den Eindruck erhält, dies ist gewollt und genau die Identität dieses Romans.

Ich habe mich immer vor dem Lesen auf das Buch gefreut. Mir kamen während des lesens nie Kritikfähige Gedanken auf. Ich bin im Nachhinein betrachtet von der anderen Sprache Magnussons mehr wie beeindruckt.
Zudem möchte ich festhalten, dass mir der Roman eine klare und deutliche Geschichte hinterlassen hat, die zwar unspektakulär, aber irgendwie in der Summe sehr wertvoll erscheint.
Zudem fand ich den Humor und die Denkweise grad unseres Bankers sehr orginell und witzig.
Im Gesamtresumee betrachtet:

Sehr gutes Buch, absolut orginell, aussergewöhnlich gute und unbekannte Schreibweise und ein Buch welches man am Ende zur Seite legt und sich freut es gelesen zu haben.

In diesem Sinne....

D.L.

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