Überleben in Italien: ...ohne verheiratet, überfahren oder verhaftet zu werden
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Produktbeschreibung
. . . ohne verheiratet, überfahren oder verhaftet zu werden
Erscheinungsjahr: 2007
7. Aufl.
Übers.-Kte.
Hobby/Freizeit
Gewicht: 447 gr / Abmessung: 20 cm
Von Severgnini, Beppe
Schon am Flughafen Malpensa bei Mailand kann man es beobachten: Italien kennt keine Komparsen, nur Hauptdarsteller. Der italienische Flughafen ist ein Zoo, aber mit Klimaanlage, und die Geschöpfe beißen nicht. Der Schein ist dem Italiener wichtig, die Geste bedeutender als die Tat.
Wer sich vom Flughafen in den Straßenverkehr stürzt, erfährt die begrenzte Gültigkeit von Gesetzen am eigenen Leib: Eine rote Ampel, die morgens um sieben einen Zebrastreifen schützen soll, ist keine Norm, sondern eine Anregung zum Nachdenken und Diskutieren. Die Autohupe ist für den Italiener ein Musikinstrument, und mit den Scheinwerfern organisiert er den zivilen Ungehorsam.
Italiener schoppen für ihr Leben gern - es ist für sie etwas Sinnliches, voller Zeichen und Zeremonien. Der Internethandel hat hier ebenso wenig eine Chance wie der Protestantismus. Auch Heimarbeit am Computer ist verpönt, denn eine Arbeit ohne regelmäßige Zusammenkünfte vor der Kaffeemaschine ist verachtenswert. Allerdings weiß Severgnini, dass die Italiener länger und härter arbeiten als viele ihrer europäischen Kollegen. Kein Zweifel: Dieses Land und seine geselligen, häuslichen, überkritischen, sensiblen und aufreizend friedlichen und kompromissbereiten Bewohner werden oft verkannt. Severgnini öffnet uns die Augen über die unwiderstehlichen Macken seiner Landsleute - so dass wir Italien nicht nur lieben, sondern endlich auch verstehen.
Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #74957 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2007-03-21
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 336 Seiten
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
73 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
La Testa degli Italiani
Von Fuchs Werner Dr
Ein Buch mit nur einem Stern zu bewerten, heisst für mich so viel wie grottenschlechter Müll. Entweder haben andere Leser von Beppe Severgnini ein anderes Bewertungsschema oder finden sein Buch tatsächlich unsäglich schlecht. Oder sie wollen ganz einfach ihre Ausländerbrille nie gegen lokale Sehhilfen eintauschen. Mir haben Severgninis Betrachtungen jedenfalls gefallen. Gerade weil sie nicht so doof augenzwinkernd sind. Da ich selber acht Jahre lang in Rom und Mailand lebte, verstehe ich nur allzu gut, dass der Autor an vielen Stellen mit Wehmut zurück blickt. Aber zumindest südlich von Florenz werden rote Ampeln zum Glück noch immer überfahren, wenn der gesunde Menschenverstand überwiegt. Noch immer tauchen aus dem Nichts Mitspieler auf, wenn man mit einem Ball in einen der unzähligen Parks geht. Noch immer wackeln am römischen Liebeshügel Gianicolo die Kleinwagen, wenn es eindunkelt. Und noch immer können deutsche Frauen von ihren italienischen Konkurrentinnen lernen, wie im ganz gewöhnlichen Alltag Erotik zelebriert wird.
Dem Autor vorzuwerfen, er zeichne mit ungelenkter Hand altbekannte Klischees, finde ich unfair. Vielmehr zeichnet er Bilder, die jeder Italienbesucher erblicken kann, der aus der Reisegruppe ausschert und für ein paar Stunden auf vorprogrammiertes Sightseeing verzichtet. Die Qualität dieses Buches liegt gerade darin, dass die aufmerksame und unvoreingenommene Lektüre den Blick für das italienische Alltagstheater schärft. Als ich mir die Bemerkung nicht verkneifen konnte, Neapel sei eine kulturelle Wüste, meinte der neapolitanische Freund postwendend, sie bräuchten eben keine künstlichen Inszenierungen. Recht hat er.
Kommt Servergnini auf die gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen der letzten Jahre zu sprechen, so wird er tatsächlich wehmütig. Denn die Gesetzesflut aus Brüssel und Berlusconis Napoleonwahn taten dem Land nicht gut. Auch wenn die Selbstreinigungskraft unseres südlichen Nachbarn ausserordentlich stark ist, mehren sich die Zweifel, ob sie die europäische Gleichmacherei langfristig verhindern kann. Zu hoffen ist es. Denn der augenzwinkernde Italiener von nebenan reicht nicht aus, um sich von den Blessuren nördlicher Sittlichkeiten zu erholen. Da braucht es schon mehrtägiges Eintauchen in das kreative und lebendige Chaos italienischer Verhaltensweisen. Und ich habe kaum ein Volk erlebt, das sich Gästen gegenüber so tolerant verhält wie die Italiener. Sie dürfen am Morgen bis zum Umfallen frühstücken, am Mittag ihren Capuccino trinken und am Abend auf den zweiten Gang verzichten, sich über die Regierung lustig machen und Bier bis zum Abwinken trinken. Nur wenn halbnackte Kulturbanausen ihre Krampfadern in den Petersdom führen oder kulinarische Tiefflieger Berge von Parmesan über ihre Spagetti Vongole schütten wollen, merkt man, dass selbst die italienische Toleranz Grenzen hat.
Mein Fazit: Ein Buch, das die Wahrnehmung für Menschliches und allzu Menschliches auf so unterhaltsame und lockere Weise schult, dass das Gelernte auch in sonnenarmen Ländern den Alltag erleichtert. Beppe Severgnini dafür zu bestrafen, dass beim Karl Blessing Verlag ein Doofling den italienischen Originaltitel "La testa degli Italiani" in einen unsäglichen Werbespruch verwandelte, wäre nicht fair. Das ist kein Reiseführer und kein Nothelferkurs, sondern ein öffentliches Tagebuch mit sehr präzisen, liebevollen und kritischen Betrachtungen.
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Lebensgewohnheiten der Italiener humorvoll erklärt
Von Petra Schott Media-Mania.de
Dem Autor ist es in diesem Buch gelungen, nicht nur einen Einblick in die italienische Lebensweise, sondern auch in das Denken der Italiener zu ermöglichen. Einfacher gesagt, Beppe Severgnini stellt die einzelnen Macken seiner Landsleute auf eine sehr humorvolle Art vor. Jetzt wissen wir alle, dass die Italiener lebensfroh, kritisch, gesellig, häuslich, kompromissbereit und friedlich sind. Das Augenzwinkern des Autors fängt auf der ersten Seite des Buches an und man hat das Gefühl, dass es erst nach der letzten Seite aufhört.
Wer jedoch dachte, dass dieses Buch als Reiseführer genutzt werden kann, hat sich getäuscht. Dies ist nicht Ziel von "Überleben in Italien ... ohne verheiratet, überfahren oder verhaftet zu werden". Auf erfrischende Art und Weise erklärt der Autor all die liebenswerten Eigenheiten der Italiener, die man bereits im Urlaub kennengelernt hat, man sich jedoch bisher noch nicht erklären konnte. Manchmal klingt der Text zwar sehr klischeehaft, aber das steigert letztendlich nur den Humor.
Ein Muss für jeden Italienfan. Da aber keiner mehr das Buch aus der Hand legen kann, sollte man das Lesen auf das Wochenende verschieben. Der nächste Italienurlaub wird sicherlich schnell nach dem Lesen des Buches gebucht.
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Viva l'Italia.
Von San Siro
Wer Italien liebt, der wird auch dieses Buch mögen. Mir hat der Humor des Autors gefallen - das muss jedoch nicht jeder so sehen. Besonders empfehlen kann ich die ersten beiden Kaptil dieses Führers. Herzlichst, San Siro



