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Vollversion Eins: Szenen für das Streaming Theatre

Vollversion Eins: Szenen für das Streaming Theatre
Von Loil Neidhöfer

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Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #1232012 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2006
  • Originalsprache: Deutsch
  • Einband: Taschenbuch
  • 370 Seiten

Aus der Amazon-Redaktion

Der Verlag über das Buch
Loil Neidhöfer hat zwanzig Jahre als Psychotherapeut gearbeitet und dabei mit Intensiv-Methoden wie Gestalt-Therapie, reichianischer Körperarbeit und TheaterTherapie die oft beschworenen Abgründe menschlicher Existenz ausgelotet.

In seinen Theaterstücken findet man manches davon widergespiegelt: Ein tyrannischer Despot, der aus Überdruß seine eigene - natürlich mißlingende - Liquidation in die Wege leitet, wodurch alle Beteiligten in seltsame Welten katapultiert werden („Als Gott in die Pfütze glotzte“). Ein alter Mann - Typ erfolgreicher Nachkriegs-Emporkömmling - gesteht am Ende seines Lebens seine lange zurückliegende Verstrickung in ein Kriegsverbrechen und kann nicht mehr unterscheiden, ob er der genötigte Befehlsempfänger oder der zynische Vorgesetzte war („Tape“). Eine narzißtische, todkranke Mutter, die im Sterbezimmer wieder gesundet und ihre resignierende Tochter dort zurückläßt („Derselbe Ort Ein anderer Tag“). Der Einbruch faschistischer Gewalt in eine Freundschafts-Idylle („Traum von Tom und Jerry“). Eine bizarre Hommage für Thomas Bernhard und Karl Lagerfeld („Archibald I.“). Eine hammerharte, mordlustige Familien-Groteske um einen pensionierten Landes-Ministerpräsidenten („Prommenschenkel & Bleischütz“). Eine provokante „Vorrede auf dem Theater“ für eine Handvoll Schauspieler („Warm up“). Und schließlich „Tot und verdammt in Bad Blumenborn“, ein kaum erträglicher Kleinstadt-Wahnsinn mit eingebautem deus ex machina.

In diesen Stücken und auch in den Mini-Dramen („Vollversion Eins“) sehen wir Figuren, die sich mit rabiater Sprach-Artistik keine Geschichten mehr erzählen, zuweilen mit bodenaufreißender Komik, die nur zum Verzweifeln ist. Sie verkehren in psychologischen - oder soll man sagen:existentiellen - Mehrzweckhallen, die entkernt sind von allem Lebensplanungs-Gestänge, aber großzügig ausgestattet mit den Gerätschaften der zynischen Vernunft. Um so frappierender, wenn man mitunter Rudimente von Unschuld und Sehnsucht zu erkennen meint, die anmuten wie Unkraut, das durch Betonritzen zum Licht wächst. Eine Art von Unkraut allerdings, die vielleicht doch eher der Gattung der Feldblumen zuzurechnen ist.


  
 

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