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Konrad Zuse: Roman eines Lebens

Konrad Zuse: Roman eines Lebens
Von Michael Kuyumcu

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(4 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #634678 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2010-04
  • Einband: Taschenbuch
  • 240 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Mehr als nur Bits & Bytes
Von P. Marwitz
Unser heutiger Alltag ist ohne Computer eigentlich nicht mehr vorstellbar, so allgegenwärtig sind PCs und Mikroelektronik geworden. Vermutlich hat jedoch kaum jemand eine Vorstellung davon, unter welchen Entbehrungen diese Technik in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt wurde und welch kreatives und beharrliches Genie vonnöten war, diese Entwicklung voranzubringen.

All jenen - aber natürlich auch denen, die sich in der Computerhistorie etwas auskennen - wird das neue Buch von Michael Kuyumcu die Augen öffnen können. "Konrad Zuse - Roman eines Lebens" dreht sich, wie der Titel schon besagt, um Konrad Zuse, den Erfinder des ersten Großrechners, dessen Technik die Grundlage für die späteren Innovationen der Elektrotechnik bildete. Gut recherchiert und detailreich schildert Kuyumcu in seinem Buch, wie aus dem kleinen Konrad, der in der Schule als "Heulzuse" bezeichnet und von Klassenkameraden schikaniert wurde, Dank seiner Faszination für Technik und kreativ-mathematisches Basteln zunächst ein Bauingenieurs-Student wurde, der sich in seiner Freizeit damit beschäftigte, eine Rechenmaschine zu entwickeln, die die mühsamen und monotonen Statik-Berechnungen erledigen sollte.

Die zunehmenden Verstrickungen Zuses in das entstehende diktatorische Geflecht des 3. Reiches - gegen Ende des Krieges profitiert er stark davon, dass seine Maschinen als "kriegswichtig" eingestuft und deshalb von den Nazis finanziell und mit der Zurverfügungstellung von Zwangsarbeitern unterstützt werden - schildert der Autor ebenso wie auch die technische Seite mit all ihren Hindernissen und Durchbrüchen. Und so nehmen wir als Leser quasi hautnah daran teil, wenn Zuse und seine Mitarbeiter unermüdlich an immer besseren Versionen des Rechners arbeiten, im Bombenhagel, unter großen Entbehrungen, weil es an Material fehlt, und immer in der Angst, dass die Arbeit in den Kriegswirren zerstört werden könnte.

Dies alles ist überaus spannend und lesenswert - und nebenbei lernt man auch noch ein wenig über das Binärsystem und den inneren Aufbau der ersten Großcomputer. Wenn es überhaupt einen Kritikpunkt an dem Buch gibt, dann ist es der etwas schludrige Satz (keine Silbentrennungen! Das erschwert das Lesen unnötig) und das fahrige Lektorat, dem doch einige Tipppfeler durchgerutscht sind. Dies trübt das Lesevergnügen aber nicht wirklich.

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Das Buch sollte man auch Bill Gates schenken
Von Klaus Marwitz
Michael Kuyumcu bringt in seinem ersten Roman die digitale Welt dem interessierten Leser nahe. Konrad Zuse ist der wirkliche Erfinder des Computers (in den USA wird dies Bill Gates zugeschrieben), doch das ganze Drum und Dran, die Irrungen und Wirrungen, die schicksalhafte Verstrickung mit den damals herrschenden irdischen Mächten im »3. Reich«, der »eigentliche Mensch« Konrad Zuse blieb dem breiten Lesepublikum bislang verborgen. Nur Leser von einschlägigen Sach- und Fachbüchern und Biographien konnten sich ein schwarz-weißes Bild machen. Michael Kuyumcu ist es hoch anzurechnen, dass er die zahlreichen Quellen unter fiktionalen Gesichtspunkten »gemolken« hat und das Ergebnis in frischer, zeitgemäßer, fast jugendlicher Sprache äußerst fantasievoll zu Papier brachte. Selbst Zuses - möglicherweise angedichtete - sexuellen Obsessionen, die in der damaligen piefigen Zeit keinerlei Erwähnung gefunden hätten, werden sprachlich passend in den Strang der Handlung eingefügt. Und es ist eine schlüssige, flüssige und gehaltvolle Handlung, die den Leser der 231 Seiten zügig im Buch hält. Man sollte es auch Bill Gates schenken.

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Konrad inside!
Von Tomasu_Sensei
Als Medien-Informatiker kannte ich bereits die mitunter nicht nur abenteuerlichen, sondern schlicht und ergreifend lebensgefährlichen Umstände, unter denen Zuse den ersten Computer baute. Wahrlich der Stoff für einen Roman oder einen Leinwand-Thriller. Nachdem mich das Buch von F.C. Delius über Zuse maßlos enttäuscht hatte, weil es sehr wenig mit Zuse zu tun hat, war ich allerdings skeptisch. Dieser Roman hingegen nimmt sich zwar einige künstlerische Freiheiten heraus, was das Innenleben des "Helden" angeht, hält sich sonst aber getreu an die Fakten. Zu meinem Erstaunen stimmen sogar die fachlichen Details. Es ist dem Autor zugute zu halten, dass er es schafft, den Leser tatsächlich in die damalige Zeit eintauchen zu lassen und durchgehend zu fesseln. Zuses Werdegang, speziell sein Verhältnis zu den Nazis scheint mir ebenfalls im Großen und Ganzen glaubwürdig dargestellt. Auch wer sich nicht für Computer interessiert, sondern einfach nur einen spannenden Thriller mit zeitgeschichtlichem Hintergrund sucht, wird den Roman nicht mehr aus der Hand legen. Das Besondere an dem Buch, das es von allen anderen mir bekannten Büchern über Zuse abhebt, ist neben dem Faktor "Spannung" aber, dass das Buch versucht, auch den Menschen Konrad Zuse verständlich zu machen. Wenn auch mit den Mitteln der Fiktion, erhält der Leser meines Erachtens hier wirklich den Eindruck, den Menschen hinter den Erfindungen kennen zu lernen, ein Stück weit in seine Seele hineinschauen zu können - sozusagen "Konrad inside". Das ist wirklich neu und wie ich finde in der Regel überzeugend gelöst. Auch wenn Zuse "in echt" vielleicht doch ein ganz anderer Mensch war, die Schilderung des Romans vor dem Hintergrund der damaligen Zeitumstände ist in sich höchst schlüssig - trotz oder gerade wegen mancher überraschender, dunkler Seiten des "Genies". Zu bemängeln habe ich lediglich, dass der Roman auf dem Einband verspricht oder zumindest suggeriert, das gesamte Leben Zuses darzustellen. Das stimmt jedoch nicht, der Roman endet mit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Der weitere Lebensweg Zuses war wohl nicht spektakulär genug? Schade, da das Buch sehr kurzweilig zu lesen ist, hätte es ruhig noch umfangreicher sein dürfen.

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