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Ein Mann geht an die Decke

Ein Mann geht an die Decke
Von Katharina Greve

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(4 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #565669 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2009-10-22
  • Einband: Gebundene Ausgabe
  • 48 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Es lohnt sich, einfach mal die Perspektive zu wechseln
Von Bine Endruteit Media-Mania.de
Katharina Greves Zeichenstil mag dem einen oder anderen Titanic-Leser bekannt vorkommen, doch auch abseits von kurzen Comic-Strips weiß diese umfangreiche Geschichte, die insgesamt 48 Seiten füllt, durch Charme, Wortwitz und eine gute Idee zu gefallen. Die einfachen Linien und Grautöne heben die Details der Bilder gut hervor und leiten den Fokus auf die eigentliche Geschichte. Dadurch, dass Greve ihre Geschichte im überfüllten Berlin ansiedelt, ist diese sehr stark von Lokalkolorit durchzogen. Da aber auch Nicht-Berliner durchaus den Fernsehturm und die Stadt aus den Medien kennen, kann sich auch jeder andere ein gutes Bild von der Umgebung machen, in der 'Ein Mann geht an die Decke' spielt. Um Hektik und Enge zu vermitteln, ist Berlin sicherlich gut gewählt. Gleichzeitig zeigt die Autorin und Zeichnerin aber auch auf, welche Qualitäten es hier zu finden gibt. Dabei bedient sie sich allerdings eines kleinen surrealistischen Effektes, nämlich dem der Aufhebung der Schwerkraft.

Die Geschichte erzählt davon, dass man manchmal einfach etwas im Leben ändern muss, dass man etwas Neues entdecken muss. Wenn man in seinem Trott festsitzt, hat man oft das Gefühl, das Leben nicht mehr aushalten zu können - ganz genau so geht es auch dem Protagonisten Franz Fink. Passend zu dieser anderen Sicht auf die Dinge ist auch eins der schönsten Zitate aus dem Album, das gleichzeitig auf der Rückseite des Bandes zu finden ist: "Ist schon faszinierend, wie klein alles von hier oben aussieht." - "Es IST alles so klein ..."

Diese kleine, eher ruhige Geschichte erzählt von einem Sichtwechsel und ein bisschen auch von der Liebe. Ob man seine Welt nun von oben, unten, links oder rechts betrachtet, es lohnt sich, einfach mal die Perspektive zu wechseln. Dabei hilft ein Blick in diesen Comic!

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Alles im Leben ist relativ
Von David Schlaepfer
Rauf, runter, rauf, runder: So repetitiv gestaltet sich der Arbeitsalltag von Franz Fink. Nicht dass der Fahrstuhlführer im Berliner Fernsehturm generell unzufrieden mit seinem Leben wäre. Doch die beengten Wohnverhältnisse zuhause - seine von einem eigenen Antiquitätenladen träumende Lebenspartnerin Inge hat die Wohnung in einen Lagerraum umgenutzt - verlangen dem passionierten Kreuzworträtsler schon einiges ab. Da kommt Fink etwas Abwechslung gelegen. Zufällig entdeckt der einfache Büezer nämlich einen bislang der Öffentlichkeit verborgen gebliebenen Bereich, wo die normalerweise geltenden Gravitationskräfte ausser Kraft gesetzt scheinen - doch dies hat vor allem etwas mit der Einstellung der dort lebenden Personen zu tun. Da wäre etwa die freundliche Gabi zu nennen, welche die heile Waagrecht-senkrecht-Welt des Franz Fink ganz gehörig durcheinander bringt.

Katharina Greve ist mit ihrem Debüt «Ein Mann geht an die Decke» ein Kleinod gelungen. Grafisch enorm stilisiert in schwarzweiss mit wenig Grautönen auf Papier gebracht, vermag vor allem das unverbrauchte Szenario der 37-jährigen Autorin zu überzeugen. Auch gelingt im humorvollen Werk das Manöver, eine Alltagsgeschichte mit philosophischen und lebenspraktischen Fragestellungen anzureichern, ohne dass dies aufgesetzt wirkte. Der Schluss mag etwas unvermittelt daherkommen, ist jedoch insgesamt stimmig. (Comic-Check)

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Eine Frau geht ihren Weg
Von Captain Stormfield
Ehrlich gesagt, habe ich die meisten Comic-Alben, die mir in letzter Zeit in die Hände fielen, nach kurzem Blättern wieder weggelegt. Selbst wenn der Grundeinfall gut war, nach ein paar Seiten blieb meist die Idee auf der Strecke. Bei "'Ein Mann geht an die Decke"' von Katharina Greve war das anders. Der Name der Autorin sagte mir zwar erstmal nichts, aber der Zeichenstil kam mir bekannt vor. Der Eindruck trog nicht. Katharina Greve veröffentlicht unter anderem in der Titanic. Einige ihrer Zeichnungen hatten mir dort so gut gefallen, dass ich mir den Namen schon längst hätte merken sollen. Denn "'Ein Mann geht an die Decke"' ist eine hübsche Geschichte, die sauber bis zur Schlusspointe erzählt ist. Es gibt guten Dialogwitz ('"Und wie ist das dann, wenn man sich von der Zeit emanzipiert?" -' ' '"Erinnern Sie sich an das Seminar ''Ohne Schokolade leben''? Eigentlich genau so ' nur halt ohne Zeit."') und viele graphische Gags, die ich hier natürlich schwerlich wiedergeben kann. Also am besten selbst ansehen. Der Held von "'Ein Mann geht an die Decke"' ist ein Fahrstuhlführer im Berliner Fernsehturm, der eines Tages eine Entdeckung macht, die sein Leben geradezu auf den Kopf stellt. Wer diesen Ansatz nun für nicht sooo spannend hält, der sei daran erinnert, dass die Idee von einem Jungen, der Harald Töpfer heißt und eines Tages von einer Eule besucht wird, auf den ersten Eindruck auch nicht so aufregend klingt; ' und diese Geschichte ist heute ein Welterfolg. Selbstverständlich erwartet keiner, dass Fahrstuhlführer Franz Fink sofort in diese Sphären abhebt, aber möglichst viel freundliche Beachtung hat er auf jeden Fall verdient.

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