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Extraleben

Extraleben
Von Constantin Gillies

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Durchschnittliche Kundenbewertung:
(26 Kundenrezensionen)

Produktinformation

  • Amazon-Verkaufsrang: #12798 in Bücher
  • Veröffentlicht am: 2011-08-04
  • Einband: Broschiert
  • 352 Seiten


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5"Das ganze Leben ist ein Quiz..."
Von Martin Suttrop
...oder besser ein Videospiel. Dumm nur wenn man seit den 1980ern in einem Level fest hängt und langsam die Game-Konsole den Geist aufgibt. Mit dieser Situation latent konfrontiert machen die Protagonisten Nick und Kee, das was sie immer machen wenn es drum geht, wichtige Lebensentscheidungen zu vermeiden. Sie brechen zu einer ihrer ostinaten Fahrten durch den mittleren Westen der USA auf, dort wo die "gute alte Zeit" auf ewig konserviert scheint und sich die Interaktion mit Menschen auf ein Minimum reduzieren lässt...

Was zunächst wie einer schräge Variante von Douglas Couplands "Generation X" klingt, entpuppt sich als ein intelligenter Lesespaß, haarklein recherchiert, reich an Seitenhieben auf das Establishment und garniert mit Spitzen gegen den Zeitgeist. Constantin Gillies nimmt uns mit auf eine Reise durch die Gedankenwelt zweier hoffnungslos gestriger Enddreißiger, gefangen zwischen Pubertät und Midlifecrisis. Doch anders als Coupland, dessen Geschichte im Unbestimmten endet, geht Gillies "den ganzen Weg" und macht 1980er Jahre Träume wahr, allerdings nicht ohne vorher den Blick auf das hier und jetzt gründlich zu demontieren.

Bei Licht betrachtet ist "Extraleben" bei weitem nicht so abstrus und verschwörungstheoretisch wie es vielleicht scheint, wenn man bedenkt, dass die Kontodaten aller großen Banken und Versicherungen tatsächlich noch heute von dreißig Jahre alten Mainframe-Computern verwaltet werden und selbst das mega-hippe iPhone auf UNIX-Code aus den 1980er Jahren basiert. Schon allein dafür, dass Gillies sich die Mühe macht, die Vorstellungswelt einer - sagen wir - "Generation C64" nicht in der Marottenkiste zu entsorgen, sondern im Gegenteil versucht ihr Sinn zu verleihen, verdient er Anerkennung und 5 Sterne.

Ein toller Roman.

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5"Opa, hör [nicht] auf, aus dem Krieg zu erzählen."
Von Professor Hick
Ein Buch für Retromanen, das einerseits genau diese Lebenshaltung bejaht und bedient, das sich direkt an den Insider wendet, dem man nichts "von damals" erklären muss, weil er irgendwie immer noch dort lebt. Andererseits ein schon beinahe schmerzlicher Blick auf die heutigen Thritysomethings, die gerade wegen dieser verzweifelten Klammerung an das vorletzte Jahrzehnt nie richtig im Heute ankommen können. Die beiden Helden schaffen das trotzdem, weil sie es gar nicht erst versuchen, sondern das Gestern im Heute wiederfinden. "Auf dem Weg in eine Zukunft, die zum ersten Mal nicht in der Vergangenheit liegt und deren Helden nicht still und leise schon vor Jahren gegangen sind."

Ich werde jetzt eine Runde "Raid over Moscow" spielen und mich nicht mehr ärgern, wenn ich den Jet nicht gleich mit dem ersten Versuch aus dem Hangar bekomme.

33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Game Over für die Generation C64
Von Rene Classen
Um eins gleich klarzustellen: Jeder Mann, der zwischen 1965 und 1975 geboren worden ist, sollte „Extraleben“ lesen. Zumindest jene von uns, die einen großen Teil ihrer Jugend mit „Green Beret“, „The Pawn“ und „Monty on the Run“ bzw. dem Versuch, eine Datenbank in Basic zu programmieren, verbracht haben. Damit meine ich keineswegs, dass sich die Zielgruppe auf Leute beschränkt, die immer noch bei ihren Eltern wohnen und deren Sexleben sich weitgehend vor dem Computer abspielt. Die meisten, für die einst der C-64 (oder, wie in meinem Fall, der große Bruder C-128) der Mittelpunkt des Lebens war, haben den Weg in die Wirklichkeit zurückgefunden – aber sich ein wenig Sehnsucht nach der aufregenden Computer-Pionierzeit bewahrt. Genau davon handelt das Buch: Von zwei weitgehend normalen Erwachsenen, die der Langeweile ihres Lebens entfliehen, als sie einer Verschwörung auf die Spur kommen, die sie unvermittelt in ihre Hacker-Tage zurückversetzt. So unglaubwürdig das auch klingen mag, so glaubwürdig entwickelt das Buch Generationen-Portrait einerseits und Thriller-Plot andererseits. „Extraleben“ ist spannend wie ein lupenreiner Krimi, aber gleichzeitig als Kommentar zur Gegenwartskultur treffsicherer (und obendrein weniger larmoyant) als alle Bücher von Florian Illies zusammen. (Und so weit ich weiß, ist ‚Constantin Gillies‘ nicht dessen Pseudonym). Mir hat das Buch jedenfalls großen Spaß gemacht. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen.

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